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Karen Schwenke zur steigenden Geburtenrate

Kommentar Karen Schwenke zur steigenden Geburtenrate

Das ist doch mal eine wirklich gute Nachricht. Deutschland wächst, Schleswig-Holstein wächst. Und das nicht nur wegen der vielen Flüchtlinge. Eine steigende Geburtenrate macht alle glücklich. Statistiker, Eltern, Großeltern, Pädagogen und Klinikpersonal. Allen voran die Familienpolitiker, die sich auf die Schulter klopfen, und ihre Politik als Begründung für diese Trendwende anführen. 

Doch all diese Maßnahmen, seien es Kindergeld, der Rechtsanspruch auf Kinderbetreuungsplätze, Elterngeld, Elternzeit – sie alle haben jahrelang keine deutliche Auswirkung auf die Geburtenentwicklung gehabt. Was zu ihrem Anstieg geführt hat, darüber kann derzeit nur spekuliert werden. Fakt ist aber, dass in dieser Gesellschaft immer noch kein Klima herrscht, in dem Kindererziehung überwiegend Freude verspricht. Die Entscheidung für den Nachwuchs hat weiterhin extreme finanzielle Risiken und Einschränkungen zur Folge. Und auch die Mütter, die ihre Kinder 2015 geboren haben, werden wie alle anderen sehr bald ernüchternd feststellen, wie belastend es ist, wenn eigene Ansprüche in Beruf und Erziehung nicht parallel zu erfüllen sind. Es ist zwar gut, dass unsere Gesellschaft nicht mehr nur schrumpft und altert. Doch wir starten auf einem äußerst bedenklichen Niveau: Deutschland galt zuletzt als das Land mit der weltweit geringsten Geburtenrate. Vielleicht wird sich das nun ändern. Die Probleme des demografischen Wandels sind damit aber längst nicht gelöst. Und die der Familien auch nicht.

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Foto: Immer mehr Babys: Verbesserte Berufsmöglichkeiten für Eltern lassen die Geburtenzahlen in Schleswig-Holstein steigen.

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