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Kathrin Mansfeld zur Debatte um die Mütter-Studie

Kommentar Kathrin Mansfeld zur Debatte um die Mütter-Studie

23 Frauen aus Israel und ihre Gefühle zum Muttersein haben ausgereicht, um eine emotionsgeladene Debatte in Deutschland auszulösen. Sie haben mit einem Tabu gebrochen und das Bild der traditionellen Mutterrolle ins Wanken gebracht.

Darf eine Frau das Kinderkriegen überhaupt bereuen? Ja, sie darf. Denn in der öffentlichen Diskussion fällt schnell unter den Tisch, dass keine dieser Mütter ihre Kinder bereut, sondern die Rolle als Mutter an sich. Ein ambivalentes Gefühl, das bei vielen Unmut hinterlässt – schließlich haben wir alle eine Mutter. Doch was heute von Müttern erwartet wird, bricht ohnehin mit der Tradition. Neben einem attraktiven Job, dem perfekten Haushalt und gutem Aussehen soll Frau heute auch noch die Kinder entsprechend fördern und darin eine regelrechte Erfüllung finden. Die eigenen Bedürfnisse kommen dabei schnell zu kurz.

Die Emanzipation ist in den letzten Jahrzehnten mit schnellen Schritten vorangegangen. Was dabei allerdings auf der Strecke blieb, ist die Vereinbarkeit mit der Mutterrolle. Die Gesellschaft muss akzeptieren, dass nicht jede Mutter ausschließlich bei der Kindererziehung ihr Glück findet. Mütter müssen sich trauen dürfen, ihre eigenen Bedürfnisse wahrzunehmen, ohne gleich als Rabenmutter abgestempelt zu werden.

Die Frauen aus der Studie haben laut gedacht und offensichtlich einen wunden Punkt getroffen. Sie haben damit das Bewusstsein für die Rolle der Mütter geschärft.

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Tabubruch
Foto: Schwierigkeiten, Sorgen, Albtraum: Diese Skulptur des Australiers Ron Mueck spiegelt das Gefühl vieler Mütter aus einer aktuellen israelischen Studie wider, die es bereuen, Mutter geworden zu sein.

Muttersein soll glücklich machen – das erwartet zumindest die Gesellschaft.  Für Charlotte (44) ist das Muttersein jedoch „die Auseinandersetzung mit dem Unvermeidbaren“. Die 45-jährige Atalya empfindet es als eine Bürde, und Tirtza (57) sieht in ihrer Rolle als Mutter eine Katastrophe und sagt „Ich habe sofort verstanden, dass das nichts für mich ist.

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