16 ° / 13 ° Sprühregen

Navigation:
Klaus Kramer zu Camerons Besuch in Berlin

Kommentar Klaus Kramer zu Camerons Besuch in Berlin

Großbritannien gehört mit Deutschland, Frankreich und Italien zu den großen Volkswirtschaften der Europäischen Union.

Schon deshalb wäre es grob fahrlässig, würde die Kanzlerin den britischen Premierminister mit seinem Ansinnen, die EU zu reformieren, einfach abblitzen lassen: Ein gutes Verhältnis zu Britannien liegt im Interesse Deutschlands.

Etwas Anderes kommt hinzu: David Cameron ist ein überzeugter Europäer. Aber er ist auch Regierungschef eines Landes, dessen Bevölkerung der Bevormundung durch die europäischen Institutionen kritisch gegenübersteht. Cameron ist es trotzdem gelungen, einen sensationellen Wahlsieg für seine Tories einzufahren - und die Nationalisten von der Regierung fern zu halten. Das verdient – auch mit Blick auf den Zulauf rechtspopulistischer Parteien in vielen europäischen Ländern – Respekt.

Camerons Zugeständnis an die Wähler war eine Volksabstimmung über die Mitgliedschaft des Königreiches in der EU. Es ist noch längst nicht aussichtslos, dass am Ende eine Mehrheit der Briten für einen Verbleib in der EU stimmen wird. Die Chancen werden umso größer sein, je ernster die Kritik der Briten in Europa genommen wird. Das heißt ja nicht, sich ihr bedingungslos zu beugen. Die Briten genießen manche Vorrechte, die sich schwer begründen lassen. Doch eine Diskussion über die Grenzen europäischer Gesetzgebung, die Freiheit seiner Bürger und die Aufnahmebereitschaft von Menschen in Not ist nicht nur sinnvoll, sondern längst überfällig.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus KN-Kommentare 2/3