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Klaus Kramer zu den Nato-Manövern in der Ostsee

Kommentar Klaus Kramer zu den Nato-Manövern in der Ostsee

Dass die Nato mit Kriegsschiffen in der Ostsee übt, ist nichts Besonderes. Dass aber ein ruhender Verband für mehrere Manöver aktiviert wird und die Nato fast alles mobilisiert, was schwimmen kann, das ist ein Signal. Ein Signal der Solidarität mit den baltischen Staaten und Polen, die nach der russischen Annexion der Krim alarmiert sind. Und ein Warnsignal an Moskau, es nicht zu weit zu treiben.

Dieses Signal kommt spät genug. Was im Osten der Ukraine gerade geschieht, gleicht den Ereignissen auf der Krim: Von Moskau gelenkte Demonstranten schüren Gewalt, Russland warnt Kiew vor drohendem Chaos und betont seine Verpflichtung, die russisch-stämmige Bevölkerung zu schützen, Hilferufe nach Moskau erschallen, 40000 Soldaten stehen bereit, die Ordnung herzustellen. Marschieren sie in die Ukraine ein oder sorgt Moskau mit organisiertem Chaos für den Zerfall des Landes, wird der Westen mit Wirtschaftssanktionen antworten. Mehr nicht.

Die Nato muss jedoch ein Überspringen der Krise auf das Baltikum und Polen verhindern. Dem dienen die Manöver in der Ostsee. Die Tatsache, dass der Tender „Elbe“ ab Mai die Führung des Verbandes übernimmt, zeigt, wie stark Deutschland in die Krise involviert ist. Damit wird – ganz nebenbei – die Wirklichkeit vom Kopf auf die Füße gestellt. In der Ukraine-Krise provoziert nicht der Westen den armen russischen Präsidenten, sondern umgekehrt: Putin ist der Aggressor, der Völkerrecht bricht, der die Krim unterwirft und unbeeindruckt weiter zündelt. Mit ihren Manövern zeigt die Nato, wo die rote Linie verläuft.

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Ukraine-Krise
Foto: Der Tender „Elbe“ wird ab Mai Nato-Führungsschiff im Baltikum.

Die Landeshauptstadt wird Ausgangspunkt mehrerer Seemanöver in der Ostsee, mit denen die Nato in der Ukraine-Krise ein Zeichen der Stärke setzt. In den kommenden Tagen wird im Tirpitzhafen ein Verband mit fünf Einheiten und 200 Soldaten aus vier Nationen aufgestellt. Das bestätigte die Nato KN-online. Mitte Mai wird der Tender „Elbe“ der Deutschen Marine Führungsschiff im Baltikum.

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