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Klaus Kramer zur Flüchtlingskatastrophe

Kommentar Klaus Kramer zur Flüchtlingskatastrophe

Es ist ein Gebot der Menschlichkeit, den in Seenot geratenen Flüchtlingen aus Afrika zu helfen. Es ist zynisch, ihnen die Hilfe mit dem Argument zu verweigern, damit erleichtere man das Geschäft der Schleuser. Das mag sein, aber dann muss man den Schleusern das Handwerk legen – und die Menschen in Not dennoch retten.

Die EU sollte deshalb die Rettungsmission „Mare Nostrum“, die Hunderttausende vor dem Ertrinken bewahrte, wieder aufnehmen. Darüber hinaus muss sie ihre teils menschenverachtende Asylpolitik ändern. Wer in Europa Asyl beantragen will, muss zunächst europäisches Territorium erreichen. Genau das verhindern die EU-Mitgliedstaaten aber, indem sie ihre Außengrenzen schließen. So wird Asylpolitik zur reinen Abschottung. Solche Abschottung ist Demokratien, die vorgeben, die Freiheit zu schützen, unwürdig.

Wenn es allerdings stimmt, dass in Afrika schon heute etwa eine Million Menschen auf ihre Flucht nach Europa warten, dann hilft dagegen auch die gerechteste Asylpolitik der Welt nicht. Deshalb muss es neben der Rettung Schiffbrüchiger, dem Schutz von Kriegsflüchtlingen und der Gewährung von Asyl für politisch Verfolgte darum gehen, die Chancen der Einwanderung zu ergreifen: Wer hier mit anpackt und bereit ist, sich zu integrieren, ist willkommen. Wer sich der Integration verweigert, muss aber auch zurückgeführt werden können. Nur ein Gemeinwesen, das von Einwanderung auf Dauer profitiert, schadet sich nicht. Hier muss sich Europa ehrlich machen.

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Ein Artikel von
Klaus Kramer
Chefredakteur / Ressortleiter Nachrichten

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