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Andreas Geidel zu Markus Anfang

Kommentar Andreas Geidel zu Markus Anfang

Jeder hat eine faire Chance verdient. Auch Markus Anfang, der neue Cheftrainer des Fußball-Drittligisten Holstein Kiel. Doch die Verwunderung ob der Verpflichtung des aus dem Nachwuchsstall von Bayer Leverkusen stammenden Fußballlehrers lässt sich nicht leugnen.

Außer den anderthalb Jahren beim niederrheinischen Sechstligisten Kapellen-Erft bringt Anfang, den Holstein-Sportchef Ralf Becker als Wunschtrainer bezeichnete, keinerlei Erfahrung im Seniorenbereich mit. Sein Assistent Tom Cichon ebenfalls nicht. Der war zuletzt mit dem Schwerpunkt Videoanalyse beschäftigt. An der fachlichen Qualität des neuen Störche-Duos will niemand zweifeln. Aber das schon sehr spezielle Arbeitsfeld Dritte Liga bedeutet im Gegensatz zu dem von Begriffen wie Geduld und Entwicklung geprägten Jugendbereich vor allem Arbeit, Kampf und Tabelle – im Optimalfall gespickt mit kreativen Elementen.

 Für das in zwei Pflichtspielen zweimal siegreiche Kieler Interimsgespann Ole Werner und Hannes Drews kommt die Neubesetzung einer schallenden Ohrfeige gleich. Für Becker, den maßgeblich Verantwortlichen sowohl für die Freistellung Karsten Neitzels als auch für die Einstellung des Duos Anfang/Cichon, haben die Wochen der Wahrheit begonnen. Das Saisonziel (oberes Tabellendrittel) ist in Stein gemeißelt. Als Experimentierfeld ist das Nest der Störche ungeeignet. Entweder der Erfolg stellt sich zügig ein, oder der Schwabe Becker kann schon bald wieder seine Koffer packen. Dazwischen gibt es nichts.

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Andreas Geidel
Sportredaktion

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