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Andreas Geidel zu Uli Hoeneß

Kommentar Andreas Geidel zu Uli Hoeneß

Die Bayern, das lehrt die Geschichte, lieben sowohl Kaiser als auch Könige. Und erfolgreiche noch viel mehr. Dass Uli Hoeneß zunächst als Spieler, dann mit seinem Amtsantritt als Manager 1979 einen Riesenanteil an dem Aufstieg des FC Bayern besitzt, steht außer Zweifel.

Kein großes Wunder also, wenn Hoeneß im November nach zweieinhalbjähriger Zwangsabwesenheit sein Comeback als FCB-Präsident feiert. Wie es sich für einen Regenten geziemt, mit einer Wahl ohne Gegenkandidaten. Und natürlich ist die Rückkehr auf den Thron verbunden mit einem Sitz im mächtigen Aufsichtsrat des deutschen Fußball-Rekordmeisters.

Audi und Adidas, deren Bosse ebenfalls im Aufsichtsrat sitzen, ist die jüngere Vergangenheit ihres 64-jährigen Kumpels egal. Die Steuerhinterziehung von 43 Millionen Euro (inklusive Strafe und Zinsen), na und? Schließlich hat Hoeneß 637 Tage seiner dreieinhalbjährigen Strafe in Haft abgesessen. Und sich in der noch andauernden Bewährung nichts zuschulden kommen lassen.

Moralische Bedenken? Nein! Diese spezielle Art der Resozialisierung kennen wir aus der Unterwelt der Doping-Sünder. Die Roten haben ihren König zurück – und die Branche freut sich über Schlagzeilen-Nachhaltigkeit. Bleibt die Frage, wie das alles dem eigenen Nachwuchs zu erklären ist – pädagogisch wertvoll und ohne Werteverlust.

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Andreas Geidel
Sportredaktion

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