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Andreas Geidel zur Holstein-Krise

Kommentar Andreas Geidel zur Holstein-Krise

Nur 151 Tage nach dem schaurig-schönen Relegations-Drama in der Münchner Allianz Arena ist Fußball-Drittligist Holstein Kiel tabellarisch an einem ultimativen Tiefpunkt angelangt. Und nun? Die Reißleine ziehen? Cheftrainer Karsten Neitzel feuern?

Nein! Zumindest nicht zum jetzigen Zeitpunkt. Die Abstiegsjahre 2007 und 2010 sollten als warnende Beispiele dienen. Neitzel steht allerdings in der Pflicht, seine eigenhändig angelegten Taktik-Fesseln abzulegen: das nicht immer attraktive Verteidigen des eigenen Tores anstelle der in der Realität untauglichen, primär auf Offensive ausgerichteten Ballzirkulation. Auch an personellen Stellschrauben kann noch gedreht werden. Selbst in einem verunsicherten Kader, der mit Blick auf die nicht kompensierten Abgänge zentraler Leitfiguren und auf das immense Verletzungspech auch durch das Sparen am falschen Ende schlichtweg fahrlässig zusammengestellt worden ist.

Laut erklingt der Ruf nach einem Feuerwehrmann. Doch wer aus dem Kreis der Störche sollte ihn finden? Weder der kaufmännische Leiter Wolfgang Schwenke noch der mehrheitlich aus ehrbaren Kaufleuten bestehende Aufsichtsrat bringen das erforderliche Fußball-Know-how mit. Das Gebot der Stunde: durchhangeln, Daumen drücken und im Winter personell mit entsprechenden Geldmitteln aufrüsten – und das mit Hilfe eines starken und als Neitzel-Partner kompetenten Sportlichen Leiters. Diese nach dem Abgang von Ralf Heskamp verwaiste Position schleunigst zu besetzen, ist jetzt oberste Störche-Pflicht.

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Andreas Geidel
Sportredaktion

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