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Andreas Geidel zur Situation von Holstein Kiel

Kommentar Andreas Geidel zur Situation von Holstein Kiel

Mögen die Träumer auch noch so intensiv die Erinnerung an das so traurig endende Frühjahrs-Märchen bemühen, die aktuelle Tabelle lügt nicht: Fußball-Drittligist Holstein Kiel steht an Weihnachten 2015 erneut am Scheideweg, das Abstiegsgespenst lugt hinter dem Tannenbaum hervor.

Der den prominenten Abgängen und dem Verletzungspech geschuldete Personalumbruch zu Saisonbeginn ist nur bedingt gelungen. Es fehlt trotz der zehn externen Neuzugänge an echten Strategen auf dem Rasen, an Krisenmanagern. Speziell nach Rückschlägen mutiert die Mannschaft zu häufig zu einer Schar bemühter Individualisten. Zehn Mal geriet das Team in Rückstand, nur einmal gelang zumindest noch ein Remis. Dass Cheftrainer Karsten Neitzel an seiner ambitionierten Spielidee von Ballbesitz und gehobener Pass-Kultur beharrlich festhält, birgt gegen die überwiegend auf beinharte Defensivarbeit und schlichte Kontertaktik ausgerichtete Konkurrenz zudem große Gefahren. Es gilt die einfache Fußball-Mathematik: Nur wer vorne seine Chancen nutzt, kann sich die freiwillig kalkulierten Risiken für die hinteren Regionen leisten.

Die Schere zwischen Anspruch und Kader-Wirklichkeit klafft auseinander. Spieler mit dem Siegel „treffsicher“ sind rar auf dem Markt und deshalb teuer. Doch merke: Ein anhaltender Tiefflug der Störche wird deutlich kostspieliger – nachhaltiger Imageverlust noch nicht einmal eingerechnet.

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Andreas Geidel
Sportredaktion

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Holstein Kiels Krise
Foto: Ratlos gegen den Halleschen FC, ratlos im Tabellenkeller: Fabian Schnellhardt und Holstein Kiel.

Als wäre die herbe 0:4 (0:2)-Heimpackung gegen den Halleschen FC am Freitagabend zum Jahresabschluss für Fußball-Drittligist Holstein Kiel nicht genug. Tags darauf punktete die Konkurrenz aus unteren Tabellenregionen. Lediglich drei Zähler trennen die Störche (Rang 15/24 Punkte) noch vom ersten Abstiegsplatz.

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