6 ° / 4 ° Regen

Navigation:
Anne Gramm gegen ein Fahrverbot

Kommentar Anne Gramm gegen ein Fahrverbot

Klimaschutz und damit auch der Schutz von Mensch wie Tier scheinen endlich den Stellenwert zu haben, der ihnen zusteht. Das hat ziemlich lange gedauert, und wenn jetzt dem einen oder anderen der Geduldsfaden reißt, ist das in der Sache nachzuvollziehen.

Allerdings: Die harten Bandagen, mit denen die Deutsche Umwelthilfe für reine Luft in den Städten kämpft, treffen die Falschen. Gut gemeint, und das gestehen wir der DUH jetzt einfach mal zu, ist eben nicht unbedingt gut gemacht.

 Mag sein, dass die große Wut der Autofahrer, sollten sie denn mit ihren stinkenden Kisten aus der Stadt ausgesperrt werden, Politik und Automobilindustrie zum Einlenken bewegen würde. Aber die Erfahrung zeigt: Vom möglichen Fahrverbot bis zum Angebot eines sauberen, zugleich erschwinglichen Autos würde es Jahre dauern. Jahre, in denen sich der Arbeitnehmer und Kunde dann überlegen kann und wird, wie er den Weg ins Büro und zum Einkauf organisiert und ob sich dieser Weg für ihn eigentlich noch rechnet. Der öffentliche Nahverkehr hilft den Allermeisten, vor allem den Pendlern und den Schichtarbeitern, die von außerhalb kommen, nicht weiter.

 So ist das mit der reinen Lehre und mit der Wirklichkeit: Die beiden passen häufig leider nicht zusammen. Die Energiewende führt uns ja gerade vor Augen, wie eine gute, ja überlebenswichtige Idee durch schleppende Umsetzung teuer für den einzelnen Bürger wird. Dem ist es völlig egal, ob das, was er bezahlen muss, Steuer, Abgabe oder Beitrag heißt – er muss das Geld erst einmal erwirtschaften. Und die vielen am grünen Tisch ersonnenen Ideen summieren sich zu einer Last, die viele nicht mehr schultern können.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Ein Artikel von
Anne Gramm
stellv. Ressortleiterin Nachrichtenredaktion

Mehr aus KN-Kommentare 2/3