23 ° / 16 ° wolkig

Navigation:
Anne Gramm zu den Gehaltslisten

Kommentar Anne Gramm zu den Gehaltslisten

Behaupte niemand, dass die Gehaltsliste, die das Finanzministerium des Landes Woche für Woche wachsen lässt, ihm schnuppe sei. Der Mensch vergleicht (sich) nun mal gern, reiht sich ein – auch und gerade in Bezug aufs Einkommen.

Und da geben die jetzt vorliegenden Zahlen einiges her.

Lassen wir das Totschlagargument von der Neiddebatte beiseite. Dass der UKSH-Chef deutlich mehr verdient und verdienen muss als die Geschäftsführer im Fledermauszentrum, liegt auf der Hand. Warum sein Einkommen allerdings gleich viermal so hoch ist wie das des Ministerpräsidenten, lässt sich dann schon schwerer erklären. Mit dem Argument, dass gute Leute eben gutes Geld kosten, kommt man da nicht weiter. Denn das hieße ja im Umkehrschluss, dass die Gesellschaft auf gute Politiker verzichten kann. Wie falsch das ist, erleben wir gerade in diesen politisch unruhigen Zeiten.

Die Zahlen aus dem Heinold-Haus dürften uns noch lange beschäftigen, nicht nur deshalb, weil immer neue Namen und Gehälter für immer neue Debatten sorgen werden. Es gibt aber gute Gründe für Transparenz in diesem Bereich. Weil es eben nicht um privatwirtschaftliche, sondern um öffentliche Arbeitsplätze geht. Und weil die Transparenz aus sich heraus für ein Stück Gerechtigkeit sorgen kann: Denn wer die Gehälter verhandelt und zahlt, muss künftig Argumente für die Gehaltshöhe haben. Es sei denn, dass es der Öffentlichkeit nach kurzer Aufregung egal ist, wofür ihr Geld ausgegeben wird.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Ein Artikel von
Anne Gramm
stellv. Ressortleiterin Nachrichtenredaktion

Mehr zum Artikel
UKSH-Chef
Foto: Erhielt 2015 zusätzlich zum Gehalt 180 000 Euro Jahresprovision: UKSH-Vorstandsvorsitzender Jens Scholz.

Das Spitzengehalt von Jens Scholz, Vorsitzender des schleswig-holsteinischen Universitätsklinikums (UKSH), wirft nicht nur unter unseren Lesern, sondern auch unter den Landespolitikern Fragen auf. Nach der Sommerpause soll der Finanzausschuss dazu befragt werden.

Kostenpflichtiger Inhalt mehr
Mehr aus KN-Kommentare 2/3