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Anne Gramm zur Absage des GES

Kommentar Anne Gramm zur Absage des GES

Das ist keine Kleinigkeit, so ein Symposium abzusagen: Hunderte renommierte Wissenschaftler haben ihren Terminkalender danach ausgerichtet, Tagungsräume und Hotelzimmer sind gebucht, die erfolgreiche Geschichte der Kieler Denkfabrik soll weitergeschrieben werden.

Und trotzdem hat IfW-Chef Dennis Snower jetzt nur beschlossen und verkündet, was ihm wohl schon Mitte Juli, in den ersten Tagen nach dem Putschversuch, schwante: In dieser Türkei hat das Global Economic Symposium nichts zu suchen. Letzte Zweifel zerstreute Präsident Erdogan gestern mit seiner Ankündigung, dass die „Säuberungen“ in seinem Land noch längst nicht beendet seien.

 Das Kieler Institut musste sich für die Absage entscheiden. Undenkbar, dass das GES die wirtschaftlichen und politischen Probleme dieser Welt diskutiert, ohne Stellung zu den Geschehnissen direkt vor den Tagungsräumen zu beziehen – die Wissenschaftler hätten sich aber damit zur Zielscheibe für Präsident Erdogan gemacht, mit zurzeit nicht abzusehenden Konsequenzen. Und andersherum: Ein GES, das in Istanbul tagt und duckmäuserisch zu den politischen Verwerfungen in der Türkei schweigt? Auch das wäre keine Option gewesen.

 Nie den Gesprächsfaden abreißen lassen, ist eine der Faustregeln, an die sich Diplomaten halten. Aber ein Recep Tayyip Erdogan will, zumindest zurzeit, kein Gespräch. Es bleibt wenig übrig – außer, ihm die kalte Schulter zu zeigen.

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Anne Gramm
stellv. Ressortleiterin Nachrichtenredaktion

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