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Anne Gramm zur Rentenreform

Kommentar Anne Gramm zur Rentenreform

Die Jungen klagen, die Alten klagen. Recht haben sie aus ihrer Sicht beide – und müssten dennoch die Quadratur des Kreises schaffen, um niedrige Beitragszahlungen einerseits und eine ausreichende Rente andererseits zu ermöglichen.

Kiel. Denn es stimmt ja, was die Bundesbank uns allen vorhält: Gehen ab 2025 erst die Baby-Boomer in den Ruhestand, dann wird die gesetzliche Rentenversicherung erneut in eine Schieflage geraten. Und zwar in eine, die ohne Gegensteuern von bislang unbekannter Dramatik sein wird.

 Andreas Nahles wiegte uns vor gar nicht langer Zeit mit ihrer Mütterrente und der abschlagsfreien Rente nach 45 Beitragsjahren in Sicherheit. Die diesjährige Rentenerhöhung von gut vier Prozent sendet das gleiche Signal aus. Unsere gemeinsame Erfahrung lässt sich so komprimieren: Obwohl Rentenexperten und Finanzwissenschaftler mit schöner Regelmäßigkeit vor dem Kollabieren des Systems warnen, geht es ja doch immer irgendwie und irgendwie auch noch ein bisschen besser weiter. Jedenfalls auf den ersten Blick.

 Auf den zweiten haben uns die Regierungen in den vergangenen Jahren mit der Erhöhung des Renteneintrittsalters und entsprechenden Abschlägen schon einiges zugemutet. Und auf den dritten, bei genauem Nachrechnen, wird klar, dass die Rente in gar nicht so ferner Zukunft maximal existenzsichernd sein, aber nicht mehr für einen Wohlstand im Alter reichen wird. Denn die demografische Entwicklung kann auch eine Bundesregierung nicht wegbeteuern.

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Ein Artikel von
Anne Gramm
stellv. Ressortleiterin Nachrichtenredaktion

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