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Anne Gramm zur Strafsteuer

Kommentar Anne Gramm zur Strafsteuer

Das Leben im 21. Jahrhundert ist hochkomplex, und den Menschen bleibt kaum etwas anderes übrig, als die Problemberge in überschaubare Haufen zu portionieren und diese dann Stück für Stück abzutragen. So sind offensichtlich auch die Gutachter vorgegangen, die jetzt Klima-Steuern auf den Fleischverzehr fordern.

Mit dem Ergebnis, dass die durchaus logische Begründung im Detail den Blick aufs große Ganze vermissen lässt.

Der Zusammenhang zwischen der Erderwärmung und unserem Essverhalten ist seit Langem belegt. Eine Empfehlung, nachweislich schädliches Verhalten über höhere Preise einzudämmen, liegt also durchaus nah. Genauso verständlich ist aber auch die prompte Gegenwehr des Bauernverbands, der davon ausgehen muss, dass eine höhere Mehrwertsteuer den Absatzmarkt empfindlich verkleinern wird – und dass die Bauern, in diesem Fall die Fleischproduzenten, erneut für Entwicklungen, die die Gesellschaft als sinnvoll begreift, zur Kasse gebeten werden.

Der Blick aller über den eigenen Tellerrand könnte weiterhelfen. Denn es mag zwar den Klimaschützern reichen, die Fleischmenge zu begrenzen. Gleichzeitig geht es aber auch um das Tierwohl und um einen gerechten Lohn für die Arbeit der Landwirte. Da ließe sich mit den Einnahmen durch eine 19-prozentige Mehrwertsteuer einiges bewegen. Wenn es denn gelingt, die vielen Detailerkenntnisse wieder zu einem großen Ganzen zusammenzusetzen.

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Ein Artikel von
Anne Gramm
stellv. Ressortleiterin Nachrichtenredaktion

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Fleisch und Milch
Foto: Der Deutsche Bauernverband lehnt eine höhere Mehrwertsteuer auf Fleisch und Milch ab.

Der Kampf gegen die Erderwärmung kann nur gelingen, wenn sich die Essgewohnheiten ändern. Das sagen wissenschaftliche Berater der Regierung - und empfehlen, tierische Lebensmittel teurer zu machen. Der Deutsche Bauernverband ist skeptisch.

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