21 ° / 15 ° wolkig

Navigation:
Anne Holbach zur Post-Einigung

Kommentar Anne Holbach zur Post-Einigung

Nach wochenlangem Eiertanz haben sich Post und Verdi nun endlich geeinigt. Vielleicht nur, weil die glühende Sommerhitze die Verhandlungspartner weichgekocht hat. Als Kunde will man den Parteien am Verhandlungstisch zurufen: Warum ging das nicht ein bisschen schneller?

Bahn, Kita, Lufthansa: Eigentlich sind die Menschen Kummer gewohnt. Doch dieser lange Ausstand hatte für Postkunden eine ungekannte Heftigkeit. Bei vielen Deutschen waren die Briefkästen wochenlang leer. Bei allem Verständnis für die Ziele der Postler: Wenn man auf wichtige Dokumente, Antwort auf eine Bewerbung oder auch nur die Reiseunterlagen für den Sommerurlaub wartet, kann einem der Geduldsfaden schon mal reißen. Mancher Kunde wünschte sich da den Staatsbetrieb Post mit all seinen Beamten zurück. Zeiten, in denen ein solcher Arbeitskampf undenkbar war. Aber eben auch Zeiten, in denen Briefträger und Paketboten mehr verdienten und von der Ausgliederung ganzer Sparten nicht die Rede war.

Ja, die Fronten waren verhärtet. Aber schon bei der Deutschen Bahn hat sich gezeigt, dass sich am Ende immer ein Kompromiss findet. Manches Mal sogar einer, der auch schon Wochen vorher hätte gefunden werden können, wenn die Parteien nur ein paar Zentimeter aufeinander zugegangen wären. Stattdessen fallen Worte wie „nicht verhandelbar“, und beide Seiten stellen sich stur. Das nächste Mal, liebe Post, bitte eine Einigung per Express. Vermerk: Eilt!

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr zum Artikel
Streik wird beendet
Foto: Nach vierwöchigem Dauerstreik gibt es einen Tarifabschluss bei der Post.

Der heftigste Tarifstreit bei der Post seit über 20 Jahren ist vorbei. Ab Montag arbeiten die Postler wieder normal. Es wird aber wohl noch Tage dauern, bis sie alle liegengebliebenen Sendungen befördert haben.

Kostenpflichtiger Inhalt mehr
Mehr aus KN-Kommentare 2/3