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Anne Steinmetz für ein Fahrverbot

Kommentar Anne Steinmetz für ein Fahrverbot

Diesel-Fahrverbot! In den Ohren vieler Autofahrer klingt das wie eine unheimliche Bedrohung. Wie eine komplette Unzumutbarkeit. Und schnell ist auch der Schuldige für dieses Drohszenario ausgemacht: die Deutsche Umwelthilfe.

Als „Abmahnverein“ ist der Verband verschrien, er wird für seine Klagefreudigkeit und die Art seiner Geldbeschaffung scharf kritisiert. Da mag etwas dran sein.

 Die DUH-Vertreter sind keine Umweltengel, aber sie sind auch nicht der Grund des Übels. Die Deutsche Umwelthilfe versucht durch die unzähligen Klagen auch, den Druck auf den eigentlichen Verursacher der schlechten Luft in Kiel und anderen Städten zu erhöhen: auf die Automobilindustrie.

 Denn der ist es zu verdanken, dass die meisten Autos – und durchaus auch neuere Diesel – die geltenden Grenzwerte nicht einhalten. Diese Fahrzeuge würde ein Fahrverbot treffen. Und das ist auch gut so. Denn die Dinge müssen sich ändern – und zwar schnell. Es ist doch pervers: Statt ihre ganze Kraft in die Entwicklung wirklich sauberer Fahrzeuge zu stecken, hat die Branche lieber Geld und Energie in eine ausgeklügelte Betrugssoftware gesteckt. Sie hat Autokäufer mutwillig getäuscht. Deshalb ist es nur folgerichtig, dass sie für das Umrüsten – das aus Sicht von Experten problemlos möglich ist – aufkommen muss, damit die Autofahrer genau das Fahrzeug bekommen, für das sie auch bezahlt haben.

 Noch sperren sich die Autobauer, die ganze Verantwortung zu übernehmen. Und die Politik lässt sie gewähren. Dabei liegt es in ihrer Hand, die Kfz-Hersteller zum Handeln zu bewegen und dafür zu sorgen, dass nicht die bestraft werden, die schon betrogen worden sind.

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