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Anne Steinmetz zum Ärger bei Geomar

Kommentar Anne Steinmetz zum Ärger bei Geomar

Mit Sonnenschein, guter Laune und viel Prominenz feierte das Geomar vor zwei Wochen den Spatenstich für das künftige Meeresforschungszentrum an der Förde.

Doch wie schnell der Traum von einem Neubau platzen kann, zeigt der Ärger um das Probenlager mit angeschlossenem Parkhaus – immerhin ein Sieben-Millionen-Projekt. Ein Bauunternehmen rutscht in die Insolvenz, erhebt schwere Vorwürfe gegen das Meeresforschungsinstitut und spricht von einer schlechten Zahlungsmoral.

 Es ist ein Problem, mit dem sich die öffentliche Hand immer öfter auseinandersetzen muss. Kein Wunder, denn in der Verwaltung ticken die Uhren anders. Wenn Mitarbeiter krank oder im Urlaub sind, kann es dauern, bis eine Rechnung bezahlt wird. Für Firmen kann das zum Problem werden. Denn sie können so ihre eigenen Angestellten nicht bezahlen, auch die Subunternehmer müssen auf ihr Geld warten. Schulden türmen sich auf, die Zahl der Gläubiger wächst, und im Extremfall geht das Unternehmen insolvent – was auch durch betriebswirtschaftliche Fehler passieren kann. Andererseits hat die öffentliche Hand als Auftraggeber einen Vorteil: Der Staat bezahlt irgendwann immer.

 So glatt, wie erhofft, wird es mit dem Geomar-Neubau nur mit viel Glück laufen. Und die Planer anderer Großprojekte, wie beispielsweise das Holsten-Fleet, müssen höllisch aufpassen, damit auch ihnen der Zeitplan nicht um die Ohren fliegt.

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Ein Artikel von
Anne Steinmetz
Lokalredaktion Kiel/SH

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