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Arnold Petersen zu Merkels Tunnel-Bekenntnis

Kommentar Arnold Petersen zu Merkels Tunnel-Bekenntnis

In der Sache hat das Treffen von Angela Merkel mit der dänischen Ministerpräsidentin Helle Thorning-Schmidt nichts substanziell Neues gebracht. In Berlin wird zwar nicht die Euphorie geteilt, mit der in Kopenhagen der Bau des Fehmarnbelt-Tunnels gepusht wird. Doch es ertönt ein ganz anderes Ja-Wort.

Aber die Deutschen wollen dem von Dänemark forcierten Jahrhundertprojekt nicht im Weg stehen, sondern gute Nachbarn sein und die dringend notwendigen Anschlüsse schaffen, auch wenn die am Ende wohl doppelt so teuer werden, wie ursprünglich geplant. Die Verkehrsminister beider Länder haben zuletzt fast schon im Monatsrhythmus Tunnel-Treue geschworen.

Doch das Ja-Wort von ganz oben hat selbstverständlich mehr Gewicht. Wenn die beiden Regierungschefinnen nun noch einmal die feste Absicht zu Protokoll geben, die Jahrzehnte alte Vision der festen Fehmarnbeltquerung zügig Realität werden zu lassen, dann ist das ein starkes Signal – zumal es genau an dem Tag gegeben wird, an dem das dänische Parlament das Baugesetz für den Tunnel beschließt. Deutlicher geht es nicht.

In zehn Jahren oder vielleicht schon früher werden Autos und Eisenbahnen unter der Ostsee fahren. Allenfalls eine gewaltige abermalige Kostenexplosion könnte das Projekt wohl noch ins Wanken bringen. Doch ein solches Beben ist nicht in Sicht. Ob sich die vielen hochfliegenden Erwartungen erfüllen, lässt sich nicht so klar sagen. Angesichts der Milliarden, die vergraben werden sollen, möchte man es der noch einmal besiegelten Tunnel-Allianz wünschen.

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