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Bastian Modrow zum Kauf des Disco-Grundstücks

Kommentar Bastian Modrow zum Kauf des Disco-Grundstücks

Das Amt Berkenthin hat Fakten geschaffen: Der in einer Nacht- und Nebelaktion eingefädelte Kauf des Disco-Grundstücks in Rondeshagen hat das Innenministerium eiskalt erwischt. Die Konsequenz: Das Land kann sämtliche Pläne für die so dringend benötigte Erstaufnahme-Einrichtung in der Gemeinde durch den Schredder jagen.

Ja, das Vorgehen der Dörfler kann man als feindseligen Akt auslegen. Mit einem Vorwurf der Fremdenfeindlichkeit sollten Kritiker allerdings nicht jonglieren, darum ging es weder Bürgern noch politisch Verantwortlichen in der Gemeinde. Sie haben ein klares Signal nach Kiel gesandt. Sie fühlen sich von der Landespolitik übergangen, überrumpelt – vor vollendete Tatsachen gestellt. Ein Problem mangelhafter Kommunikation, das die Verantwortlichen im Innenministerium eigentlich längst kennen. Nur hat man aus der Blockadehaltung in Lübeck oder den Protesten in Itzehoe bislang nicht die notwendigen Lehren gezogen.

Das muss sich ändern – und zwar schnell, so groß der Zeitdruck auch sein mag. Weitere Unterkünfte müssen dringend gefunden werden, um das gesteckte Ziel von 25 000 Plätzen bis Jahresende erreichen zu können. Da wäre es geradezu fatal, wenn das Beispiel Rondeshagen jetzt Schule im Land macht und weitere Kommunen ihre Ersparnisse zusammenkratzen, um große Erstaufnahme-Einrichtungen für Flüchtlinge in ihren Gemeinden zu verhindern.

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Bastian Modrow
Lokalredaktion Kiel/SH

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Amt Berkenthin
Foto: Das Amt Berkenthin kauft dem Land Grundstück für Erstaufnahme weg.

Der Überraschungseffekt ist dem Amt Berkenthin wohl gelungen: Auf dem Gelände einer ehemaligen Diskothek wollte das Land Schleswig-Holstein für Flüchtlinge ein Erstaufnahmelager mit Containern bauen. Aber das Amt kaufte dem Land nun das Grundstück einfach weg.

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