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Bastian Modrow zum Konzept für Flüchtlinge

Kommentar Bastian Modrow zum Konzept für Flüchtlinge

Schleswig-Holsteins Städte und Kommunen geraten immer stärker unter Zugzwang, geeigneten Wohnraum für Flüchtlinge zu finden. Leerstände anzumieten, gelingt immer seltener. Die Kapazitäten sind erschöpft. Lübeck ist nur ein Beispiel von vielen Städten, die entgegen aller Pläne aus der Not heraus nun doch Gemeinschaftsunterkünfte in Sporthallen einrichten müssen.

Es ist ein schmaler Grat für die politisch Verantwortlichen: In Zeiten, in denen rechtsextreme Hetzer versuchen, in der Mitte der Gesellschaft Ausländer-Feindlichkeit zu schüren und neue Anhänger zu mobilisieren, birgt jede Halle, die als Unterkunft für Hilfesuchende herhalten muss, eine immense Gefahr. Unfreiwillig droht sie, Munition für dumpfe Parolen zu liefern. Jede Mannschaft, deren Training gestrichen werden muss, und jede hallenlose Gymnastikgruppe könnten Ziel von Propaganda werden. Abgesehen davon, dass es nicht Aufgabe von Bürgermeistern sein darf, nebenbei als Immobilienmakler Quartiere zu suchen, sollte das Land schleunigst Alternativen finden, um die Kommunen zu entlasten.

Einen Vorstoß hat Ex-Innenminister Andreas Breitner unlängst gemacht: Er hatte vorgeschlagen, auf Verteilungsschlüssel für Länder und Gemeinden zu verzichten. Statdessen könnten Flüchtlinge gezielt dort untergebracht werden, wo freier Wohnraum vorhanden ist. Es ist ein mustergültiges Konzept. Man muss es nur wollen.

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Bastian Modrow
Lokalredaktion Kiel/SH

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Flüchtlinge
Foto: Doppelstockbett, Schrank, Tisch: Lübecks Bürgermeister Bernd Saxe in einer Wohnbox für Flüchtlinge in der Betriebssporthalle des Stadtverkehrs. In Messebau-Technik sind hier 25 Kabinen mit einer Größe von 25 Quadratmetern für jeweils vier Personen entstanden.

Die Unterbringung von Flüchtlingen stellt Städte und Gemeinden in Schleswig-Holstein vor immer größere Herausforderungen. In Lübeck müssen jetzt bis zu hundert Hilfesuchende in der Sporthalle des Stadtverkehrs untergebracht werden. „Wir finden keine anderen Möglichkeiten mehr“, sagt Bürgermeister Bernd Saxe.

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