19 ° / 13 ° wolkig

Navigation:
Bastian Modrow zum Ladendiebstahl

Kommentar Bastian Modrow zum Ladendiebstahl

Ladendiebstahl ist kein neues Phänomen, mit dem der Einzelhandel zu kämpfen hat. Geklaut wurde und wird immer und der Verlust von einer Tafel Schokolade oder einer Flasche Parfüm von Händlern längst einkalkuliert. Neu ist aber die Dimension, die der Diebstahl erreicht hat und die Professionalisierung von Tätern.

Angesichts einer Schadenssumme von 83 Millionen Euro allein in Schleswig-Holstein kann man nicht mehr von Kavaliersdelikten sprechen.

 Gesellschaftlich wird Diebstahl viel zu häufig als Bagatelle bezeichnet – und von Polizei und Justiz auch so behandelt. Obwohl es eine Straftat ist, die mit bis zu fünf Jahren Gefängnis geahndet werden kann, ist bekannt, dass Täter, die erstmals ertappt werden, oft straffrei davonkommen, weil das Verfahren von der Staatsanwaltschaft eingestellt wird.

 Selbst wenn in den meisten Fällen Personalmangel bei Polizei und Justiz ausschlaggebend ist, so bleibt dies das falsche Signal – für den kleinen Ladendieb, noch mehr aber für professionelle Täterbanden. Neben speziellen Ermittlungsgruppen der Polizei wie bei der Bekämpfung der Einbruchskriminalität wäre das beschleunigte Strafverfahren zur Abschreckung potenzieller Straftäter ein probates Mittel. Die Staatsanwaltschaft Kiel und das Amtsgericht Neumünster zeigen, wie es geht. Unterm Strich wird all das aber nur funktionieren, wenn Polizei und Justiz personell vernünftig aufgestellt sind – dafür zu sorgen, das ist Aufgabe der Landespolitik.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Ein Artikel von
Bastian Modrow
Lokalredaktion Kiel/SH

Mehr aus KN-Kommentare 2/3