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Bastian Modrow zum Urteil um die Körpergröße

Kommentar Bastian Modrow zum Urteil um die Körpergröße

Die Entscheidung ist noch nicht rechtskräftig, ein Paukenschlag für die Landespolizei ist das Urteil des Verwaltungsgerichts aber in jedem Fall.

Selbst wenn das Verfahren der jungen Kielerin vor dem Oberverwaltungsgericht münden und die Richter dort zu einer anderen Bewertung kommen sollten, so dokumentiert der Konflikt um die Mindestgröße für Polizisten doch, dass bisherige Kriterien hinterfragt und rechtssicher neu definiert werden müssen.

So reizvoll der Job des Polizisten vielleicht für den Einzelnen auch ist, eines darf bei allen berechtigten persönlichen Interessen auch juristisch nicht außer Acht gelassen werden: Eine Gruppe ist nur so stark wie ihr schwächstes Glied. Das gilt im besonderen Maße für Sicherheitskräfte. Und im Fall einer Polizeikette, die bei einer Demonstration zwei Lager voneinander trennen soll, kann mangelnde Körpergröße einzelner Beamter schnell zu einem Risiko werden.

Tatsächlich ist nicht nachvollziehbar, weshalb für Männer und Frauen, die zur Landespolizei möchten, unterschiedliche Mindestgrößen gelten. Hier sollte eine einheitliche Richtlinie geschaffen werden. Fortan komplett auf eine Größenvorgabe zu verzichten, wäre fatal. Das Land als Dienstherr ist gefordert, diese notfalls bis zur letzten juristischen Instanz durchzufechten und rechtlich abzusichern. Eines dürfte nämlich klar sein: Der Fall der jungen Kielerin wird andere ermutigen, den gleichen Rechtsweg einzuschlagen.

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Bastian Modrow
Lokalredaktion Kiel/SH

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Foto: Auch kleine Frauen können Polizistinnen werden.

Juristische Schlappe für das Innenministerium: Das Verwaltungsgericht in Schleswig hat die bislang gültige Mindestgröße von 1,60 Metern für Polizistinnen gekippt. Eine junge Kielerin hatte gegen die Ablehnung ihrer Bewerbung geklagt, das Gericht gab der 1,58 Meter großen Frau jetzt Recht. 

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