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Bastian Modrow zur Verkehrsstatistik

Kommentar Bastian Modrow zur Verkehrsstatistik

Mehr Unfälle, mehr Verletzte – an der Verkehrsstatistik 2015 gibt es nichts zu beschönigen. Zwar kann Innenminister Stefan Studt hervorheben, dass die Anzahl der Verkehrstoten gesunken ist. Nur: Dies ist bestenfalls glücklicher Zufall, definitiv kein Indikator, der für mehr Verkehrssicherheit im Land spricht.

Im Gegenteil: Die Vorzeichen stehen schlecht. Angesichts wachsender Mobilität und demografischer Entwicklung ist damit zu rechnen, dass sich der Trend weiter verfestigen wird. Längst sind es nicht mehr die jungen Fahrer, die durch Leichtsinn, Übermut und mangelnde Erfahrung als „Sorgenkinder“ der Polizei hervorstechen. Immer häufiger sind es Senioren, die den Anforderungen des stetig dichteren und schnelleren Straßenverkehrs nicht mehr gewachsen sind. Der Anteil der Verursacher in den Altersgruppen ab 75 steigt kontinuierlich. Eine gefährliche Entwicklung in Zeiten einer immer älter werdenden Gesellschaft.

Hier müssen Lösungen her. Dass die Polizei bei Kontrollen gegebenenfalls die Fahreignung prüfen lassen will, reicht nicht aus. So unpopulär es aus politischer Sicht sein mag und so einschneidend die Maßnahmen unter Umständen auch sein mögen, aber regelmäßige Tauglichkeits-Checks für alte Fahrer sind mittelfristig unabdingbar. Hier sollten zeitnah geeignete Modelle mit Verkehrs- und Seniorenverbänden entwickelt werden.

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Bastian Modrow
Lokalredaktion Kiel/SH

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Verkehrsstatistik 2015 mit Grafiken
Foto: 107 Menschen kamen 2015 auf den Straßen des Landes ums Leben.

Schlechte Nachrichten von den Straßen in Schleswig-Holstein: 2015 zählte die Polizei so viele Verkehrsunfälle wie zuletzt vor sechs Jahren. Auch die Anzahl der Verletzten stieg erneut. Beunruhigend ist die Entwicklung auf den Autobahnen im Land: Hier wurden über 20 Prozent mehr Unfälle registriert als noch 2014.

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