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Bodo Stade zu Extremismus

Kommentar Bodo Stade zu Extremismus

Die Zahlen im jüngsten Verfassungsschutzbericht sprechen eigentlich für sich. Die rechtsextremistische Szene ist demnach erneut größer geworden. Das Personenpotenzial, wie es die Behörde nennt, sei um vier Prozent auf 1350 angewachsen, die Zahl der politisch motivierten Straftaten sogar um 145 auf 785 gestiegen.

Und doch, so heißt es weiter, sei die rechtsextreme Szene in Schleswig-Holstein insgesamt von der bürgerlichen Gesellschaft isoliert. Kein Grund zur Beunruhigung also. Es gibt schließlich genügend andere, sehr reale Bedrohungen, die uns Kopfzerbrechen bereiten sollten. So könnte man das sehen.

 Sollte man aber nicht. Denn der Verfassungsschutz kann nicht überall sein. Nicht in den Schulen und nicht in den Ausbildungsbetrieben, wo es nach den Erfahrungen der Kieler Beratungsstelle Zebra durchaus Grund zur Sorge gibt. Jugendliche, die dort rechtsextremistische Attacken von Altersgenossen ertragen müssen, haben ein sehr reales Problem und brauchen Hilfe.

 Gefordert sind in erster Linie Eltern, Lehrer und Ausbilder. Sie müssen genau hinschauen, hinhören und vor allem Grenzen ziehen – rassistische Beschimpfungen oder Bedrohungen dürfen eben nicht als dumme Sprüche von jungen Hitzköpfen abgetan und toleriert werden. Ein klares Stoppsignal hilft nicht nur den Opfern, sondern könnte auch den jugendlichen Tätern deutlich machen, dass sie auf dem Holzweg sind. Tauchen sie erst in der Statistik des Verfassungsschutzberichtes auf, ist es womöglich zu spät.

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Bodo Stade
Stellvertretender Chefredakteur

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