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Bodo Stade zu Innenminister Grote

Kommentar Bodo Stade zu Innenminister Grote

Das hatte sich der Innenminister anders vorgestellt. Hans-Joachim Grote wollte die Spitze der Polizei möglichst geräuschlos auswechseln.

Von seinen internen Gesprächen mit Landespolizeichef Ralf Höhs und dem Leiter der Polizeiabteilung Jörg Muhlack, die im Zentrum der Rocker-Affäre stehen, sollte so lange nichts nach außen dringen, bis für die Beamten ein neuer Job gefunden worden wäre. Kein schlechter Plan. Grote hat nur nicht damit gerechnet, dass jemand ein lebhaftes Interesse daran haben könnte, die Sache öffentlich zu machen.

 Der Innenminister ist nun selbst unter Druck geraten, weil er erklären soll, was er nicht erklären darf – nämlich, warum er die beiden gerade jetzt loswerden will. Grote wird sich längst seinen Reim darauf gemacht haben, wie Höhs und Muhlack mit der Rocker-Affäre umgehen, in der es ja nicht nur um Vorwürfe wie Aktenmanipulation und Mobbing geht, sondern auch um sehr grundsätzliche Fragen der inneren Führung. Solange aber der Sonderermittler noch bei der Arbeit und der Untersuchungsausschuss zur Affäre nicht einmal eingesetzt ist, kann der Minister schlecht verkünden, dass er schon mal personelle Konsequenzen gezogen hat – mögen sie auch noch so logisch sein.

 Dass Grote mühelos eine Reihe anderer Gründe für eine Ablösung aufzählen kann, ist angesichts des zerrütteten Verhältnisses nicht überraschend. Aber Hand aufs Herz: Dass der Minister zwei seiner wichtigsten Führungskräfte nur deshalb in die Wüste schickt, weil er sich irgendwie schlecht informiert fühlt, kann doch nur glauben, wer die Rocker-Affäre einfach nicht wahrhaben will.

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Bodo Stade
Stellvertretender Chefredakteur

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Rocker-Affäre
Foto: Im Gespräch vor der Sitzung, SPD Abgeordneter Kai Dolgner (li.) und Innenminister Hans-Joachim Grothe, CDU.

Nach der Ankündigung, Landespolizeidirektor Ralf Höhs und den Leiter der Polizeiabteilung, Jörg Muhlack, ablösen zu wollen, laufen die Vorbereitungen für die Neubesetzung der Ämter.

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