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Bodo Stade zum Verhalten der Kieler Polizei

Kommentar Bodo Stade zum Verhalten der Kieler Polizei

Eines vorweg: Die Polizeibeamten, die in Kiel tagtäglich im Einsatz sind, Überstunden ohne Ende anhäufen und im Zweifelsfall ihren Kopf hinhalten, verdienen unseren Respekt und unser Vertrauen. Daran ändert auch der Einsatz im Sophienhof nichts, der – schon wieder – diese eine Frage aufwirft: Was ist los mit unserer Polizei?

Eines vorweg: Die Polizeibeamten, die in Kiel tagtäglich im Einsatz sind, Überstunden ohne Ende anhäufen und im Zweifelsfall ihren Kopf hinhalten, verdienen unseren Respekt und unser Vertrauen. Daran ändert auch der Einsatz im Sophienhof nichts, der – schon wieder – diese eine Frage aufwirft: Was ist los mit unserer Polizei?

 Stellen wir sie deshalb anders: Was ist los mit ihrer Führung? Die Art und Weise, wie sie in den vergangenen Wochen agiert und reagiert hat, wirkte zwar sehr oft sehr markig. Wirklich souverän war sie nicht, weil sie jede Fehlerkultur vermissen ließ. Der Kieler Flüchtlingserlass, der vom Generalstaatsanwalt ohne Wenn und Aber verworfen worden war – er wurde kleingeredet. Die Versäumnisse, über die bei den beiden Missbrauchsfällen in Kiel-Gaarden geredet werden muss – dafür sollten allein die anderen Behörden verantwortlich gewesen sein. Und nun eine dramatische Fehlleistung: Ohne gesicherte Erkenntnisse zu haben, wurde ganz offiziell ein Horrorszenario verbreitet, nach dem bis zu 30 Personen mit Migrationshintergrund mitten in Kiel junge Mädchen verfolgten.

 Der Schaden ist riesig. Bundesweit hat dieser Polizeibericht Schlagzeilen gemacht. Er löste bei den einen Empörung aus und bei den anderen Angst. Warum die Polizei die Geschichte derart leichtfertig in die Welt setzte, bleibt ihr Geheimnis. Klar ist: Allein auf das Konto eines Pressesprechers dürfte das nicht gehen. Die Kieler Polizeiführung ist dabei, das letzte Vertrauen zu verspielen.

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Bodo Stade
Stellvertretender Chefredakteur

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Belästigung im Sophienhof
Kiels Polizeichef Thomas Bauchrowitz (rechts) und Sprecher Oliver Pohl.

Die Polizei hat am Montag ihre eigene Darstellung einer massiven Belästigung von drei jungen Mädchen im Kieler Sophienhof abgeschwächt. Demnach sind bislang auf den Handys der Verdächtigen weder Beweisfotos sichergestellt worden, noch sei klar, wie viele Männer überhaupt an dem Vorfall in dem Einkaufszentrum beteiligt waren.

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