18 ° / 13 ° Regenschauer

Navigation:
Christian Hiersemenzel zu Dänemarks Grenzkontrollen

Kommentar Christian Hiersemenzel zu Dänemarks Grenzkontrollen

Das ging aber schnell. Zwischen Kiel und Kopenhagen ist eine neue Eiszeit ausgebrochen. Die Nachbarn verhalten sich in diesen angespannten Wochen der Flüchtlingskrise so vollkommen anders, als es Schleswig-Holstein in seiner Großzügigkeit erwartet hätte.

Die Dänen riskieren jetzt sehenden Auges den Abbruch funktionierender Grenzbeziehungen, weil sie keine weiteren Flüchtlinge ins Land lassen wollen. Noch ist das neue Gesetz nicht scharf geschaltet, noch fahren Busse, Bahnen und Fähren weiter wie bisher. Sobald Schweden jedoch, das im Verhältnis zu seiner Einwohnerzahl so viele Menschen wie kein anderes EU-Land aufgenommen hat, seine Grenzen schließt, wird sich Dänemark gegen Deutschland abschotten. Zu rechnen ist damit gleich nach Weihnachten.

Die Unbeirrbarkeit, mit der jetzt die gesetzlichen Voraussetzungen für Schaffnerkontrollen durchgepeitscht wurden, stößt hiesige Politiker vor den Kopf. Ja, Dänemark hat eine Minderheitsregierung, die auf eine Duldung von rechts setzt. Aber dass die deutschen Einwände in Sachen Grenzverkehr so vollkommen in den Wind geschrieben werden, überrascht dann doch. Vor allem für den SSW ist diese Entwicklung mehr als unangenehm. Eineinhalb Jahre vor der nächsten Landtagswahl sehen die Vertreter der dänischen Minderheit die Gefahr, für Kopenhagens Kurs abgestraft zu werden. Toleranz, wirtschaftlicher und intellektueller Austausch? Alles das stellt das neue Gesetz aus Kopenhagen akut infrage.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Ein Artikel von
Christian Hiersemenzel
Landeshaus-Korrespondent

Sagen Sie es uns!

Vorschläge oder Kritik?
Schreiben Sie
der Redaktion!

Testen Sie die KN

Digitales Abo, ePaper,
klassische Tageszeitung
online buchen & testen!

Anzeige
Mehr zum Artikel
Grenze Schleswig-Holstein
Foto: Grünes Licht aus Kopenhagen für Passkontrollen an der Grenze.

Grünes Licht aus Kopenhagen für Passkontrollen an der Grenze. Landespolitiker in Kiel sehen darin einen Rückschlag für den deutsch-dänischen Grenzverkehr. Besonders enttäuscht sind die Sozialdemokraten — über ihre Parteifreunde in Kopenhagen.

Kostenpflichtiger Inhalt mehr
Mehr aus KN-Kommentare 2/3