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Christian Hiersemenzel zu Daniel Günther

Kommentar Christian Hiersemenzel zu Daniel Günther

Die Kritik des künftigen Parteichefs war nicht zu überhören. 60 Ortsverbände habe die CDU im Kreis Rendsburg-Eckernförde, gerade mal „acht funktionierende“ seien es bei vergleichbarer Einwohnerzahl in der Landeshauptstadt. Dabei gibt es in Kiel eigentlich 15.

Wenn es Schleswig-Holsteins Union schaffen will, in den nächsten Jahren junge, urbane Menschen an sich zu binden, ohne ihre konservativen Stammwähler auf dem Lande zu verprellen, braucht sie eine neue Führungskultur. Charismatisches Personal kommt nicht von allein. Zu Recht hat Daniel Günther am Mittwoch darauf hingewiesen, dass er sich auch bei der Kandidatensuche an der Basis stärker einmischen wird, als dies bisher üblich war. Mit modernen Menschen spricht man moderne Wählerkreise an. So einfach ist das.

Günther macht gerade alles richtig. Über die Frage, ob nun Frauen verstärkt Führungspositionen übernehmen sollen oder ob eingetragene Lebenspartnerschaften mit der Ehe gleichzustellen sind, diskutiert er nicht mehr. Die Partei ist längst weiter, im liberalen Norden ohnehin. Indem Günther programmatisch den gesellschaftspolitischen Teil der Debatte abräumt, kann er sich auf möglicherweise wahlentscheidende Anliegen konzentrieren: Ob die Polizei schlagkräftiger gegen Einbrecher wird. Ob mehr Wohnungen gebaut werden. Ob Schulen guten Unterricht machen und die Wirtschaft so gestärkt wird, dass Arbeitsplätze entstehen. Günther sagt, dass er sich auf den Diskurs mit seinen Parteifreunden freue. Das glaubt man ihm sogar.

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Ein Artikel von
Christian Hiersemenzel
Landeshaus-Korrespondent

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Nord-CDU
Foto: Günther sagte, er wolle künftig mehr Frauen im Bundes- und Landtag haben.

Der programmatische Kurs der Nord-CDU steht. Sicherheit, Bildung und Investitionen sind Schwerpunkte. Der künftige Parteichef Günther setzt auf muntere Debatten. Er strebt eine neue Diskussionskultur und mehr Frauen in den Parlamenten an. Diese Ziele sind nicht neu.

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