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Christian Hiersemenzel zu „Jamaika“

Kommentar Christian Hiersemenzel zu „Jamaika“

Jetzt kann es losgehen. Drei Wochen nach der Landtagswahl haben sich Schleswig-Holsteins Parteien so weit vorsortiert, dass sie in konkrete Koalitionsverhandlungen einsteigen können.

Wem das allzu lang vorkommt, dem sei entgegnet, dass ein Ablösungsprozess, wie ihn die Grünen vollzogen haben, Zeit benötigt. Erst recht, wenn daran eine wache und diskussionsfreudige, manchmal leider auch dogmatische Basis umfangreich beteiligt ist. Die hat sich am Dienstag auf dem Landesparteitag in Neumünster deutlich zu Wort gemeldet und klar gemacht, dass eine Allianz mit den einstigen politischen Gegnern von CDU und FDP alles andere als ein Selbstgänger sein wird.

 Jamaika, das klingt immer so sonnig und cool, das atmet den Geist von Rum, Rastalocken und Reggae – passt doch total zu den Grünen, könnte man meinen. Die Anhänger der Öko-Partei sind jedoch bei aller Aufbruchstimmung, die ein solches Experiment mit sich bringt, abgeklärt genug, nicht jedem Etikettenschwindel aufzusitzen. Ihren Chef-Unterhändlern Robert Habeck und Monika Heinold steht in den kommenden Wochen der emotionale wie verhandlungstaktische Kraftakt bevor, sich im Terzett mit den neuen konservativen Partnern nicht an die Wand singen zu lassen. CDU-Chef Daniel Günther wird dafür den nötigen Rhythmus schon vorgeben. Aber ob FDP-Stars wie Wolfgang Kubicki und Bernd Buchholz wirklich bereit sind, die nächsten fünf Jahre lässig mitzuwippen, bleibt die große Unbekannte.

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Christian Hiersemenzel
Landeshaus-Korrespondent

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Jamaika-Koalition
Foto: Der schleswig-holsteinische Umwelt- und Landwirtschaftsminister Robert Habeck (Bündnis90/Die Grünen) scherzt in Neumünster neben Monika Heinold.

Im Kieler Hotel Maritim beginnen an diesem Mittwoch die Verhandlungen zu einer Jamaika-Koalition. Am Dienstagabend gaben dafür alle drei Partner grünes Licht.

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