3 ° / -6 ° heiter

Navigation:
Christian Hiersemenzel zu Kristin Alheit

Kommentar Christian Hiersemenzel zu Kristin Alheit

Die Vorwürfe, denen sich Kristin Alheit in der Friesenhof-Affäre ausgesetzt sah, waren alles andere als schmeichelhaft: Als Politikerin sei die SPD-Frau ein solches Leichtgewicht, dass man sie in hochemotionalen Fragen wie Jugendschutz und Heimaufsicht nicht ernstzunehmen brauche. Und als Ressortchefin habe sie ihren eigenen Laden nicht im Griff. Nun: Seit Montag ist die Sozialministerin zurück auf der Bühne.

Auch wenn ihr Antrag auf Betroffenheit im Parlamentarischen Untersuchungsausschuss (PUA) zunächst nur formaljuristisch bedeutet, dass sie informiert wird und sich am Verfahren beteiligen darf: Alheit hat im Gerangel um Deutungshoheiten ihre Stimme wieder. Das ist umso wichtiger, als es sich beim Ausschuss traditionell um ein Instrument der Opposition handelt, die mit den Regierenden nicht zimperlich umgeht. Ziel eines solchen Gremiums ist es herauszufinden, was sich hinter den Kulissen wirklich abgespielt hat. Es geht also um Wahrheit. Erfahrungsgemäß leider auch um politische Ränkespiele. Wenn die Ministerin schon im medialen Blitzlichtgewitter steht, will sie wenigstens mitreden.

Dass Alheit am Montag zugleich einen parteiunabhängigen Juristen vorstellte, der es gewöhnt ist, sich durch Aktenberge zu graben und Ungereimtheiten aufzuspüren, spricht für ihren Reformwillen als Verwaltungsfrau. Und für ihre Bereitschaft, aus Fehlern zu lernen und das auch zu dokumentieren. Zum politischen Schwergewicht macht sie das noch nicht. Aber kann ja noch werden.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Ein Artikel von
Christian Hiersemenzel
Landeshaus-Korrespondent

Veranstaltung in...

Aktuelle
Veranstaltungen
und Tagestipps!

Gewinnspiele

Kostenlos mitmachen
und mit etwas Glück
jetzt gewinnen!

Anzeige
Mehr zum Artikel
Untersuchungsausschuss
Foto: Schleswig-Holsteins Sozialministerin Kristin Alheit (SPD) will mehr Informations- und Beteiligungsrechte.

Bei der Aufarbeitung der Missstände in der Jugendhilfeeinrichtung Friesenhof durch einen Parlamentarischen Untersuchungsausschuss will Schleswig-Holsteins Sozialministerin Kristin Alheit (SPD) mehr Informations- und Beteiligungsrechte. Sie habe deshalb beim Ausschuss beantragt, den Status einer „Betroffenen“ zu erhalten, sagte Alheit.

Kostenpflichtiger Inhalt mehr
Mehr aus KN-Kommentare 2/3