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Christian Hiersemenzel zu Lehrern

Kommentar Christian Hiersemenzel zu Lehrern

Man scheint der Ruhe misstraut zu haben.

Kiel. Wie sonst ist es zu erklären, dass sich die drei Parteien der Jamaika-Koalition vor ein paar Wochen ausdrücklich darauf verständigten, die Bedarfszahlen an Schleswig-Holsteins Schulen künftig regelmäßig zu checken und sich nicht darauf zu verlassen, dass die Prognosen der Kultusministerkonferenz aus dem Jahr 2013 schon irgendwie stimmen werden. Willkommen in der Realität. Auch wenn Bertelsmann bislang vorsichtig von Szenarien spricht, keineswegs von belastbaren Vorhersagen, wird eines überdeutlich: Das, was man volkswirtschaftlich als demografische Rendite bezeichnet, also als Spareffekt, indem man angesichts sinkender Schülerzahlen bei den Personal- und Raumkosten kürzen kann, ist Schnee von gestern.

Hinter den Kulissen ist im Landeshaus als Lösungsmöglichkeit bereits von neuen Unterrichtskonzepten die Rede, die sich den Trend der Digitalisierung zunutze machen. Wenn man doch künftig mehr Schüler unterrichten muss, ohne dass man exorbitant mehr Geld für Lehrer und Klassenräume ausgeben will, könnten Computer und Tablet zum Einsatz kommen – für stille Einzelarbeit und Unterrichtseinheiten zu Hause. Das ruft Kritiker auf den Plan, wie die FDP-Abgeordnete Anita Klahn, die zu Recht darauf verweist, dass zur Bildung auch Diskussion gehört. Fakt ist: Bildungsministerin Karin Prien steht vor einer großen Bewährungsprobe. Bis zu den Haushaltsverhandlungen muss sie schlüssig erklären, wie sie das millionenschwere Problem lösen will.

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