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Christian Hiersemenzel zu Sparkassen-Gehältern

Kommentar Christian Hiersemenzel zu Sparkassen-Gehältern

Da ist etwas kräftig aus den Fugen geraten. Wenn schon ein Sparkassen-Vorstandsvorsitzender aus Hohenwestedt mehr Geld verdient als der Regierungschef, dann stimmt etwas im System nicht. Wobei die Zahlen, mit denen der Sparkassen- und Giroverband am Freitag mutig als Erster an die Öffentlichkeit trat, erst der Anfang sind.

Kiel. In den nächsten Monaten werden weitere Unternehmen in öffentlicher Hand die Gehälter ihrer Spitzenmanager preisgeben müssen, und schon jetzt ist sicher, dass auch diese Angaben nicht grundlos jahrelang geheimgehalten wurden.

Die öffentliche Diskussion ist also eröffnet, und wir reden nicht so sehr über Branchenverhältnisse als darüber, wie viel wir als Gesellschaft bereit sind, für Spitzenpolitiker auszugeben – für Menschen, die unabhängige Entscheidungen fällen. Aus diesem Grund hielten sich die Fraktionen im Kieler Landeshaus auch auffallend zurück. Stattdessen überwog ihr Lob für den Sparkassenverband, der die anderen Unternehmen mit seiner Offensive, die angesichts der Landtagsvorgabe eher wie ein Befreiungsschlag wirkte, unter gehörigen Zugzwang setzt. Intern allerdings schüttelten viele den Kopf. Ist das, was Manager in Banken und anderen öffentlichen Unternehmen verdienen, in Stadtwerken beispielsweise, wirklich verhältnismäßig? Der Grat ist denkbar schmal: Wenn sich ein Verwaltungsratsmitglied über den Dienstwagen echauffiert, sind wir schnell mitten in der Neiddebatte. Damit müssen Spitzenverdiener wohl leben.

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Christian Hiersemenzel
Landeshaus-Korrespondent

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Transparenzgesetz
Das Sparkassen-Zeichen kennt jeder, die Gehälter waren bisher ein Geheimnis. Jetzt haben die Sparkassen in Schleswig-Holstein erstmals die Bezüge ihrer Vorstände offengelegt.

Vorstandsmitglieder von Sparkassen verdienen in Schleswig-Holstein in der Regel deutlich mehr als der Ministerpräsident. Nach einer Liste, die der Sparkassen- und Giroverband am Freitag veröffentlichte, erhält allein Verbandspräsident Reinhard Boll erfolgsunabhängige Bezüge von jährlich 355000 Euro.

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