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Christian Hiersemenzel zu den Drohnen-Regeln

Kommentar Christian Hiersemenzel zu den Drohnen-Regeln

Der Argwohn der Hamburger ist berechtigt. Es liegt keineswegs nur am dunklen, noch dazu militärisch geprägten Wort, dass man beim Wort Drohne unwillkürlich an Bedrohung denken muss.

Wenn Firmen wie Amazon darüber nachdenken, schon in absehbarer Zeit einen Großteil ihres Lieferverkehrs über autonome, lediglich vor dem Abflug auf die Adresse programmierte unbemannte Fluggeräte abzuwickeln, gruselt es viele Bürger. Wer kann schon ausschließen, dass eines Tages vor der Haustür nicht etwas ganz anderes als das bestellte Paar Schuhe abgelegt wird? Und wer will dafür garantieren, dass das schwere Fluggeschoss nicht mit dem Hund kollidiert, vom Kind einmal ganz zu schweigen? Vorfälle wie an der Elbphilharmonie, wo am Boden ein Pilot sein Flugobjekt nicht unter Kontrolle hatte, zeigen jedenfalls, dass diese Technik ihre Tücken hat.

 Umso verwunderlicher ist der Alleingang der Hamburger Behörden. Ist die Gefahr etwa in Norderstedt geringer, bloß weil es ein paar Meter vor den Stadtmauern liegt? Schleswig-Holsteins neuer Verkehrsminister Buchholz sollte den Dialog mit dem Senat suchen und schauen, dass man die bereits geltenden Bundesregelungen auch hierzulande weiter verfeinert. Dass an den zahlreichen Stränden entlang der Nord- und Ostseeküste eine besonders hohe Sensibilität gelten muss, ist beinahe selbstverständlich – aber eben nur fast. Auch in diesem Punkt bedarf es einer gesetzlichen Verschärfung. Bürgerschutz geht vor.

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Christian Hiersemenzel
Landeshaus-Korrespondent

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