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Christian Hiersemenzel zum Oesterreich-Abgang

Kommentar Christian Hiersemenzel zum Oesterreich-Abgang

Die Zusammenarbeit der Kieler Landesregierung mit der schwer angeschlagenen HSH Nordbank steht weiterhin unter keinem guten Stern. Ausgerechnet in diesen schweren Zeiten fließt aus dem Krisenhaus wichtiges Führungswissen ab.

Dabei kommt es doch gerade darauf an, die ohnehin schon zu erwartenden gigantischen Verluste zu begrenzen und einen Käufer zu finden. Das kann nicht gut sein.

Der Vorstandsvorsitzende Constantin von Oesterreich war bereits seit 2009 Risikovorstand unter dem zwei Jahre später endgültig geschassten Dirk Nonnenmacher, bevor man ihm Ende 2012 den Chefsessel anvertraute. Er ist also ein Kenner der Materie. Doch auch hier, wir befinden uns schließlich in der Fachbranche, ging es offenbar ums Geld, und zwar um das eigene. Eine halbe Million Euro Jahresgehalt für eine solche Position gilt in Bankenkreisen als unter Wert, selbst wenn die Umstände der HSH Nordbank alles andere als günstig sind. Höhere Ziele, gar volkswirtschaftlicher Impetus? Von Oesterreich fühlte sich dem Vernehmen nach von den Eigentümerländern nicht fair behandelt.

Ohne seinem Stellvertreter und designierten Nachfolger Stefan Ermisch zu nahe zu treten: Zwei Lenker an der Spitze der HSH sind besser als einer. Im Sinne des Steuerzahlers, auf den am Ende eine schmerzhaft teure Zeche zukommt, wäre eher das Gegenteil verantwortungsvoll gewesen: Wenn der Vorstandschef um eine Verlängerung seines Vertrags gebeten hätte. Nicht um die Auflösung.

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Landesregierung
Foto: Der Vorstandsvorsitzende der HSH-Nordbank, Constantin von Oesterreich (rechts), will das Geldinstitut verlassen. Sein Nachfolger könnte der bisherige Finanzvorstand, Stefan Ermisch (li.), werden.

Im Landeshaus Kiel reagierte am Donnerstag so mancher verstimmt. Am Nachmittag zuvor hatte das „Manager Magazin“ informiert, dass Constantin von Oesterreich (62), Vorstandsvorsitzender der krisengeschüttelten HSH Nordbank, um Auflösung seines bis Oktober 2017 laufenden Vertrags gebeten hatte.

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