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Christian Hiersemenzel zum Rimmelsberg

Kommentar Christian Hiersemenzel zum Rimmelsberg

Was Druck von oben doch manchmal bewirken kann. Jahrelang ließ der Inhaber der Kinder- und Jugendhilfe Rimmelsberg, Manuel Feldhues, die Zügel bei seinen Mitarbeitern mächtig schleifen.

Am Donnerstag saß er stumm daneben, als sein neuer kaufmännischer Leiter einräumte, dass es in der Vergangenheit „keine vernünftige Kontrolle der Hausleiter und Erzieher“ gegeben habe und das Ganze ein Fehler gewesen sei. Warum dieser Wandel?

Zwei Gründe haben mutmaßlich zur späten Einsicht geführt, dass man als verantwortungsvoller Chef seine Erzieher besser engmaschig führen sollte, wenn man sich wirklich um das Wohl von Kindern und Jugendlichen sorgt. Da ist zum einen die Heimaufsicht. Nach konkreten Hinweisen und alarmiert durch die verheerenden Vorfälle in der Dithmarscher Mädchenheimeinrichtung Friesenhof hatte das Sozialministerium seit Mai 2015 nicht mehr locker gelassen und immer wieder Mitarbeiter unangekündigt in den Kreis Schleswig-Flensburg geschickt. Inzwischen betont man in Rimmelsberg den Schulterschluss mit der Heimaufsicht. Bleibt auch nichts anderes übrig.

Zum anderen dürften ökonomische Zwänge entscheidend dazu beigetragen haben, dass sich der Betreiber auf seine Verantwortung besinnt. Die Jugendämter aus Deutschlands Ballungszentren schauen inzwischen sehr viel genauer hin, wohin sie ihre Problemfälle schicken. Und der Gewinn einer Heimeinrichtung steht und fällt mit der Belegungsquote. Ohne Kinder kein Profit.

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Christian Hiersemenzel
Landeshaus-Korrespondent

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