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Christian Hiersemenzel zum Tierschutz

Kommentar Christian Hiersemenzel zum Tierschutz

Natürlich haben wir als Verbraucher selbst schuld, wenn wir einerseits die Massentierhaltung anprangern, andererseits aber im Discounter nach Billig-Rinderhack greifen. Und natürlich sind unsere Landwirte gezwungen, dem Preisdruck nachzugeben und möglichst kostengünstig Milch, Eier und Fleisch zu produzieren.

Kiel. Gerade mal vier Cent pro Kilo (!) Schweinefleisch, Geflügel und Wurst führt der Lebensmitteleinzelhandel an die Initiative Tierwohl ab, wo man über einen Fonds Unternehmer honoriert, die in ihren Tieren mehr als nur ein Produkt sehen. Das alles kann man zu Recht kritisieren, in manchen Momenten auch darüber verzweifeln. Den Widerspruch zwischen Anspruch und Realität wird man nicht auflösen.

Gefragt sind deshalb Beharrlichkeit und eine Politik der kleinen Schritte. Schleswig-Holsteins Landwirtschaftsminister Robert Habeck geht bewusst behutsam vor, indem er seit ein paar Jahren alle Akteure an einen Tisch holt und die Landwirtschaft zur freiwilligen Selbstverpflichtung motiviert. Mit dieser Dialogfähigkeit hat er so viel Erfolg, dass nach seinem Tierschutzbericht gestern so gut wie keine Kritik laut wurde – nicht bei Pro Vieh und auch nicht bei der CDU, die sich noch immer als Lobby der Bauern versteht. Wenn das grausame Kupieren von Schnäbeln, Schwänzen und Hörnern wirklich überflüssig würde, weil Ställe großzügiger gestaltet und nicht mehr auf Massenproduktion getrimmt wären, hätten wir noch mehr erreicht.

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Christian Hiersemenzel
Landeshaus-Korrespondent

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Bericht des Landwirtschaftsministers
Foto: Umweltminister Robert Habeck will die Haltung den Tieren anpassen.

Vor dem Schlachten steht oft die Qual: Schweine, Rinder und Hühner müssen in den Ställen einiges durchmachen. Doch es gibt Fortschritte, sagt Minister Habeck. Die Haltung den Tieren anpassen und nicht umgekehrt, nennt der Grüne als Motto.

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