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Christian Hiersemenzel zum Weihnachtsgeld für Beamte

Kommentar Christian Hiersemenzel zum Weihnachtsgeld für Beamte

Der Deutsche Beamtenbund muss damit rechnen, dass seine Forderung nach einer Rückkehr zum Weihnachtsgeld zwischen den Fronten der Koalitionäre zerrieben wird. Die grüne Finanzministerin Monika Heinold ist dafür bekannt, in ihrer Tasche einen Igel zu haben, wenn es darum geht, mehr Geld auszugeben.

Und das Beamten-Weihnachtsgeld wäre mit jährlich 141 Millionen Mehrausgaben ein erheblicher Batzen. Klar, dass sich Schleswig-Holsteins oberste Finanzhüterin spröde gibt. Dieses Geld würde ihr für andere Investitionen fehlen: für Schule, für Straßenbau, für zusätzliche Lehrer und mehr Polizisten – alles Ausgaben, die auch den Partnern von CDU und FDP politisch wichtig sind.

 Und doch kann man es den Beamten nicht verdenken, dass sie von der Gesundung des Landesetats ebenfalls profitieren wollen. In schlechten Zeiten erwartete man von ihnen wie selbstverständlich, dass sie für ihren Arbeitgeber Einbußen hinnahmen. Da ist es nur gerecht, wenn das Land in guten Zeiten zumindest schrittweise die Uhren zurückdreht.

 Das Ganze hätte auch volkswirtschaftliche Effekte. Ein Teil des Geldes würde umgehend im Einzelhandel landen, und der verzeichnete zum Weihnachtsgeschäft 2016 allein in Schleswig-Holstein Umsätze von 3,3 Milliarden Euro. 74 Prozent der Arbeitnehmer, die tariflich entlohnt werden, beziehen zum Jahresende eine Sonderzulage. Ob Heinold die Gerechtigkeitsdebatte gegen ihre eigenen Mitarbeiter wirklich durchhält?

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Ein Artikel von
Christian Hiersemenzel
Landeshaus-Korrespondent

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