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Christian Hiersemenzel zum Wolfsmanagement

Kommentar Christian Hiersemenzel zum Wolfsmanagement

Könnte es doch immer so gut funktionieren. Umweltminister Robert Habeck hat sich mit Vertretern von Behörden, Land- und Forstwirtschaft sowie Natur- und Tierschutzverbänden an einen Tisch gesetzt und ein Thema diskutiert, das hochemotional ist.

Wie will das Land verantwortungsvoll mit dem Wolf als bedrohter Art umgehen, ohne die Belange von Schafzüchtern zu verraten und die Menschen einer Gefahr auszusetzen? Es sei ein weiter Weg gewesen, räumte Habeck gestern ein, und er wolle das Thema nicht kleinreden: Der Wolf sei nun einmal ein wildes Tier, das Fleisch frisst. Am Ende aber habe man einen Konsens gefunden. Offenbar verliefen die Gespräche konstruktiv. Das neue Wolfsmanagement ist dafür der Beweis.

Baustellen dieser Art hat Habeck noch weitere. Der Ausbau von Windkraftanlagen zum Beispiel dürfte Schleswig-Holsteins Gemüter nach der Sommerpause, wenn die Staatskanzlei ihre konkreten Planungen für Potenzialflächen auf den Tisch legt, weiter erhitzen. Und beim Abbau der Atomkraftwerke und der Lagerung von (angeblich) strahlungsfreiem Müll musste der Minister sogar vorerst aufgeben, weil der Dialog scheiterte. Der Unterschied zum Wolf liegt darin begründet, dass das scheue Tier immer nur punktuell auftaucht, Schaden anrichtet und dann wieder verschwindet. Mit der Zukunftstechnologie Windkraft und der Vergangenheitshypothek Kernkraft dagegen werden Anwohner jahrelang konfrontiert sein. Das erschwert die Einigung.

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Christian Hiersemenzel
Landeshaus-Korrespondent

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Foto: Bis heute gibt es keinen Nachweis für einen dauerhaft in Schleswig-Holstein lebenden Wolfs.

Schleswig-Holstein hat sein Wolfsmanagement gemeinsam mit Schafhaltern, Jägern und Naturschützern überarbeitet. Neben einer behördlichen Basis gehören mehr Wolfsbetreuer, neue Regeln bei der Entschädigung und Lösungen beim Umgang mit verletzten Wölfen zu den Kernpunkten.

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