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Christian Hiersemenzel zur CDU

Kommentar Christian Hiersemenzel zur CDU

An der Basis sind sie frustriert. Acht Monate vor der Landtagswahl hat mancher CDU-Vertreter im Norden das Gefühl, gegen Windräder anzukämpfen.

Da kann Bundeskanzlerin Angela Merkel Deutschland noch so sicher durch die Krisen der vergangenen Jahre gelenkt haben, in der Deutschland wie eine sichere Insel wirkte – was Gemeindevertreter, Orts- und Kreisvorsitzende erreicht, ist vor allem Kritik. Dankbarkeit darf man in der Politik ohnehin nicht erwarten. Lähmend wirkt allerdings vor allem der Eindruck, wie leise die Stimme der CDU in der allgemeinen Kakophonie der ewig Unzufriedenen und Besserwisser derzeit durchdringt.

Ingbert Liebing als Spitzenkandidat, der im Mai Ministerpräsident Torsten Albig herausfordert, hat einen schweren Stand. Er muss seine Parteibasis motivieren, nach der Schlappe im Nachbarland Mecklenburg-Vorpommern nicht den Kopf hängen zu lassen, und ihnen verdeutlichen, dass in Schleswig-Holstein nun einmal andere Verhältnisse herrschen. Und natürlich darf er keinen Zweifel an seiner absoluten Loyalität zur Kanzlerin aufkommen lassen, weil alles andere nicht nur die Parteifreunde endgültig verschrecken würde. Aber der Spagat ist nicht einfach. Die Basis dürstet nach Veränderung – nur eben im Kleinen. Konservativ soll der Parteikurs sein, aber nicht rechts. Menschlich, aber nicht mehr offen für alles und jeden. Mit klarer Kante, aber koalitionsfähig. Reformfreudig, aber beständig. Eine Quadratur des Kreis ist nichts dagegen.

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Christian Hiersemenzel
Landeshaus-Korrespondent

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