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Christian Hiersemenzel zur Landesplanung

Kommentar Christian Hiersemenzel zur Landesplanung

Im Grunde ist es so einfach. Menschen wollen dort leben, wo sie sich wohlfühlen und es nicht allzu weit zur Arbeit haben.

Am liebsten dort, wo die Nachbarn aus einem ähnlichen Milieu stammen. Aber je mehr die Bevölkerung wächst, desto größer wird der Druck auf den Immobilienmarkt. Das spüren nicht nur Metropolen wie Hamburg seit Jahren: Auch in Kiel wird Wohnraum zur Mangelware. Und da Eigentum in begehrten Lagen monströs teuer geworden und ein Ende der Entwicklung mit immer weiter steigenden Preisen nicht in Sicht ist, weicht die Mittelschicht aufs Umland aus. Zurück bleiben die Wohlhabenden, die Jungen, die Alten – und die Armen.

Wenn die Gemeinden jetzt darauf drängen, das landesplanerische Gängelband endlich zu lockern, hat das auch eine gesellschaftspolitische Dimension. Es geht eben nicht nur darum, klassische Neubaugebiete mit Einfamilienhäusern und 600-Quadratmeter-Grundstücken auszuweisen, sondern um Wohnungen für möglichst viele Einkommensschichten, damit auch Senioren und Geringverdiener die Möglichkeit erhalten, jenseits der Ballungszentren zu leben. Zu Recht weist der Gemeindetag darauf hin, dass Ortszentren revitalisiert werden müssen. Es geht um Verdichtung, um Einkaufsmöglichkeiten – und darum, allen Generationen eine Zukunft in Schleswig-Holstein zu ermöglichen. Die Landesregierung hat sich Flexibilität vorgenommen. Bitte schnell!

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Ein Artikel von
Christian Hiersemenzel
Landeshaus-Korrespondent

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