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Christian Hiersemenzel zur Nord-CDU

Kommentar Christian Hiersemenzel zur Nord-CDU

Krankenbesuche tun gut. Und deshalb atmeten die Delegierten der Nord-CDU am Sonnabend spürbar auf, als Thomas de Maizière zu ihnen sprach. Nach Monaten, ach was, Jahren permanenter Selbstzerfleischung tat es der Parteiseele gut, dass da ein renommierter Bundespolitiker vorbeikam und ihre Widerstandskräfte stärkte.

Der Bundesinnenminister sprach sozusagen die DNA der Union an: dass Polizeidichte vielleicht nicht entscheidend sei, umso mehr aber die Präsenz der Ordnungshüter draußen auf der Straße, nachts und an Wochenenden. Dass sich Deutschland wieder stärker auf öffentliche Ordnung, Erziehung, Respekt und Anstand besinnen müsse. Und dass „aufgeklärter Patriotismus“ kein Monopol der AfD, sondern originärer Job der Union sei. Kein Wunder, dass das Publikum solche Botschaften wie ein Schwamm aufsaugte.

Immerhin: Daniel Günther hat vom Landesparteitag am Wochenende so viel Rückenwind bekommen wie aktuell möglich. 81,3 Prozent sind ein achtbares Ergebnis. Mehr war einfach nicht drin. Jeder zusätzliche Prozentpunkt hätte das Problem, das ein Wechsel in der Führungsetage mit sich bringt, nur zugekleistert. Wie wund die Partei noch immer ist, beweist die Wahl der stellvertretenden Landesvorsitzenden. Nach Ingbert Liebings vorzeitigem Abschied brauchte sein Kreisverband so etwas wie einen Sprühverband – und die Partei mit der burschikosen, konservativen Astrid Damerow ein Gegengewicht zum neuen Politikertypus Günther.

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Christian Hiersemenzel
Landeshaus-Korrespondent

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Nord-CDU
Foto: Die CDU in Schleswig-Holstein vollzog am Sonnabend ihren vor drei Wochen eingeleiteten Führungswechsel.

Mit neuer Führung probt die Nord-CDU den Aufbruch. Fraktionschef Günther führt nun auch die Landespartei. Er will die im Umfragetief steckenden Christdemokraten auf die Erfolgsspur bringen und Ministerpräsident werden. Sein Ziel ist ein „Jamaika“-Bündnis.

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