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Christian Hiersemenzel zur Pflegekammer

Kommentar Christian Hiersemenzel zur Pflegekammer

Pflegeberufe brauchen eine Lobby. In einem Berufsfeld, das so anstrengend ist und den gesamten Menschen fordert, in dem 85 Prozent Frauen beschäftigt sind, viele in Teilzeit arbeiten und Gehälter offensichtlich stark von der Region abhängen, gibt es eine Menge Klärungsbedarf.

Wie verhält sich das Gefüge der Einkommen im Land, wie sind die Arbeitszeiten, welche Qualifikationen bringen die Arbeitnehmer mit, und wie viele neue Pflegekräfte braucht die Gesellschaft eigentlich in Zukunft? Diese statistisch wichtigen Angaben wird die neue Kammer mit ihren 25.000 Mitgliedern künftig liefern können – und damit der Politik endlich das Material an die Hand geben, das für Entscheidungen nötig ist.

Dass die Gewerkschaften über die neue Vertretung nicht gerade begeistert sind, liegt auf der Hand. Sie befürchten in ohnehin schwierigen Zeiten einen weiteren Mitgliederschwund und haben neben sich plötzlich einen weiteren starken Interessenverband sitzen. Dabei wäre es an der Zeit umzudenken: Da die Kammer bei Verhandlungen von Tarifen und Gebühren ohnehin außen vor bleiben muss, könnte die Gewerkschaft deren Wissen nutzen, um gegenüber Arbeitgebern, Land und Kommunen Druck auszuüben. Wichtigste Pluspunkte werden dabei ihre Unabhängigkeit und ihr Know-how sein. Ganz so zahnlos, wie die Kammer nach Meinung von Kritikern angeblich konzipiert ist, wird sie nicht sein. Und angesichts der demografischen Entwicklung dürfte ihr Einfluss in den nächsten Jahren weiter steigen.

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Ein Artikel von
Christian Hiersemenzel
Landeshaus-Korrespondent

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