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Christian Longardt zum Syrien-Einsatz

Kommentar Christian Longardt zum Syrien-Einsatz

Nun zieht auch die Bundeswehr in den Kampf gegen den „Islamischen Staat“, mit Tornados auch aus Jagel, mit Soldaten aus Schleswig-Holstein. Eine Entwicklung, die vor drei Wochen noch undenkbar schien. Insoweit haben all jene Recht, die kritisieren, da werde im Eiltempo ein hoch gefährlicher Militäreinsatz beschlossen, dessen Erfolg niemand voraussehen kann.

Selbst wenn manchem nach dem Grauen von Paris noch immer der Sinn nach Rache steht – bei der Syrien-Mission geht es nicht um Vergeltung. Es geht darum, einer mörderischen Miliz Einhalt zu gebieten und sie so zu schwächen, dass lokale Bodentruppen den IS-Vormarsch stoppen können. Natürlich lässt sich der Syrien-Konflikt nicht wegbomben, natürlich braucht es eine politische Lösung, flankiert von ökonomischem Druck auf den IS, seine Finanzquellen, seinen Ölhandel. Ohne Gewalt aber sind diese Terroristen nicht aufzuhalten. Mit „Gotteskriegern“ wird es keine Verhandlungen geben.

Angesichts des Hilferufs der Franzosen gab es für Berlin ohnehin keine ernsthafte Alternative. Der Angriff auf Paris galt dem ganzen Westen. Wie ernst die Lage auch für uns längst ist, hat Hannover auf beängstigende Weise gezeigt. Niemanden lässt es kalt, wenn die Bundeswehr nach Syrien zieht, die Soldaten und ihre Familien am wenigsten. Egal, wie man politisch zu dem Einsatz steht: Wünschen wir den Piloten Glück. Wünschen wir, dass alle heil zurückkommen.

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Jagel
Foto: Klar zum Aufbruch: Die Luftwaffensoldaten in Jagel bereiten sich auf ihren Einsatz in Syrien vor.

Mit einem Appell werden am Donnerstag die ersten 40 Soldaten vom Luftwaffenstützpunkt Jagel verabschiedet, und von einem Transportflugzeug abgeholt. Sie sollen als Vorauskommando in der türkischen NATO-Basis Incirlik die Einsätze vorbereiten. Vom türkischen Flughafen starten ab Januar die Tornado-Jets.

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