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Christian Longardt zur Asylpolitik

Kommentar Christian Longardt zur Asylpolitik

„Bitte verliert nicht den Glauben an das Gute und lasst euch niemals davon abhalten, euer Leben selbstbestimmt zu leben“, schrieb der Sänger Gregor Meyle, der im Moment des Ansbacher Anschlags auf der Bühne stand, per Facebook an seine Fans. Der Mann hat ja recht. Aber an das Gute zu glauben, das fällt schon schwer bei der Serie von Gewalttaten im Süden der Republik.

Sehr viel Grauen, sehr viel Leid für einen Sommer.

So unterschiedlich die Taten waren, ein Muster gab es doch: Alle wurden von jungen Männern mit Migrationshintergrund begangen. Drei davon waren als Flüchtlinge nach Deutschland eingereist. Wem diese Tatsache Sorgen macht, wer sich vor weiteren Anschlägen vielleicht auch in Schleswig-Holstein fürchtet, der muss sich weiß Gott nicht schämen. Der hat jedes Recht, dies auszusprechen. Auch das gehört zum freien, zum selbstbestimmten Leben.

Regierungsamtliche Floskeln von einer „hohen abstrakten Gefährdungslage“ helfen nicht, Ängste abzubauen, dies geht nur mit klarer, ehrlicher, konsequenter Politik. Dazu gehört, Flüchtlingen viel rascher als bisher Zugang zu Deutschkursen zu ermöglichen. Endlich die Lücken bei der Registrierung und Sicherheitsüberprüfung zu schließen. Und dazu zählt auch, dass abgelehnte Asylbewerber, zumal die kriminellen, schneller das Land verlassen müssen.

Ja, wir sollten an das Gute glauben. Naiv sein sollten wir nicht.

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Terrorgefahr
Foto: Nach der Welle der Gewalt in Bayern wächst auch in Schleswig-Holstein die Sorge vor Anschlägen.

Nach der Welle der Gewalt in Bayern wächst auch in Schleswig-Holstein die Sorge vor Anschlägen. Organisatoren von Sport- und anderen Großveranstaltungen verstärken ihre Sicherheitsmaßnahmen.

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