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Christian Strehk zur Nachfolge von Sir Simon Rattle

Kommentar Christian Strehk zur Nachfolge von Sir Simon Rattle

Es ist eindeutig die erfreulichste Nachricht, die es im Bereich der Klassischen Musikwelt seit längerem gegeben hat: Kirill Petrenko, der im Jahr 2008 beim SHMF im Kieler Schloss das Preisträgerkonzert zum Bernstein Award dirigierte, wird als Nachfolger von Sir Simon Rattle irgendwann nach 2018 Chefdirigent der Berliner Philharmoniker werden.

Der scheue Russe aus Sibirien, der derzeit an der Bayerischen Staatoper in München und auf dem Grünen Festspielhügel in Bayreuth wahre Klangwunder hervorruft, ist ein enorm vielversprechender Gewinner der maximal schwierigen Pult-Papst-Wahl in der „Orchesterrepublik“ an der Herbert-von-Karajan-Straße. Wenn es einem gelingen könnte, dem technisch nach wie vor überragend brillanten Hauptstadt-Ensemble auch wieder ein vollkommen unverwechselbar sattes Klangprofil zu geben, dann ihm.

Dem sympathischen, tief in der deutschen Romantik verwurzelten und doch stilistisch offenen Petrenko mag es an glamouröser Ausstrahlung fehlen – wenn er mit einem Orchester arbeitet, zeigt er einen verbissenen Willen, dem Geist eines Werkes mit Perfektion und Ausdruckskraft besonders nahe zu kommen. Er erreicht mit seinem unbedingten Wollen Herz und Sinn der Musiker und Zuhörer auf direktem Wege. Petrenko gilt als „nicht einfach“, aber seine steile Karriere pflastern deutlich weniger unschöne Auseinandersetzungen als die seines Konkurrenten Christian Thielemann. Die Berliner Philharmoniker steuern mit ihm darauf hin, wieder „das beste“ Orchester der Welt zu werden, wenn es so etwas in der Kunst denn gibt.

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Ein Artikel von
Dr. Christian Strehk
Kulturredaktion

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Kirill Petrenko soll der Nachfolger von Simon Rattle werden.

Beim ersten Mal waren es fast zwölf Stunden, jetzt ging die Abstimmung an einem Vormittag über die Bühne: Beim zweiten Versuch, einen neuen Chefdirigenten zu wählen, waren sich die Berliner Philharmoniker relativ schnell einig.

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