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Christian Strehk zum Theater Kiel

Kommentar Christian Strehk zum Theater Kiel

Mut steht am Anfang des Handelns, Glück am Ende. Der gute Rat aus altgriechischem Wissensfundus findet wieder mehr Beachtung am Theater Kiel.

In der Oper werden neben dem maximalen Kraftakt „Götterdämmerung“ erstaunlich viele Anstrengungen gemacht, das Besondere zu bieten. Venezianischer Barock von Legrenzi, Einakter von Rachmaninow, Gewichtiges von Rossini – und nicht mal auf das Musical „Fame“ hätte man ernsthaft gewettet.

 Nur die klassische oder gar aktuelle Moderne bleibt in diesem allemal spannenden Musiktheater-Museum ausgespart. Da ist dann die Schauspielsparte eine Spur mutiger, wird im Studio, mit Schimmelpfennig oder der „Luther“-Uraufführung eines garantiert steilen Textes von Feridun Zaimoglu und Günter Senkel heutiger, diskussionsfreudiger mit dem nach wie vor spürbar aufgeschlossenen Publikum kommuniziert.

 Im Werftpark sind es die Teenager, die Theaterleiterin Astrid Großgasteiger besonders interessieren, für die sie Prosa bühnenwirksam aufzubereiten versucht. Da sollen jungen Menschen Fragen zu Macht und Verantwortung, zu Zukunftsvisionen oder der gelebten Balance mit der Natur gestellt werden.

 Aber Stücke, Bearbeitungen und Opernprojekte sind letztlich nur die Hülle. Richtig scharf gemacht werden Wortbomben und Subtexte ohnehin erst durch die Regisseure. Auch da gehört Mut dazu, beim Publikum mal richtig anzuecken. Dann jedoch steht dem Theaterglück nichts mehr im Wege.

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Ein Artikel von
Dr. Christian Strehk
Kulturredaktion

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Theater Kiel
Foto: Das Führungsteam am Theater Kiel (v.li.n.re.): Intendant Daniel Karasek, Geschäftsführer Rolf-Peter Carl, Werftpark-Chefin Astrid Großgasteiger, das Ballett-Führungsduo Yaroslav Ivanenko und Heather Juergensen, Operndirektor Reinhard Linden und Generalmusikdirektor Georg Fritzsch.

Generalmusikdirektor Georg Fritzsch spürt angesichts großer Publikumsresonanz „Vertrauen“ in die neu erwachten Ausgrabungsambitionen des Kieler Opernhauses. Intendant Daniel Karasek hat Nordkirchen-Bischof Gerhard Ulrich für ein "Luther"-Projekt mit dem Autoren-Duo Zaimoglu/Senkel an der Seite.

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