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Christian Trutschel zum SKK

Kommentar Christian Trutschel zum SKK

Wieder sind in Kiel zwei Klinik-Stationen vorübergehend geschlossen worden, diesmal im Städtischen Krankenhaus (SKK). 30 Betten können dort zurzeit nicht belegt werden. Weil gerade Ferien sind und weniger Patienten da, ist das kein echtes Drama.

Wohl aber ein Extrem unter den Maßnahmen, die ein Haus um den Preis von Umsatzverlusten nun einmal treffen muss, um die Folgen eines Doppelproblems zu lindern, für das zurzeit keine Lösung in Sicht ist: Pflegepersonalmangel, verbunden mit hohen Krankenständen. Der Ärztliche Direktor des SKK rechnet mit einer Verschärfung dieser Problematik in den nächsten Jahren. Es werde schwerer werden, junge Leute zu finden, die in die Pflegeberufe gehen wollten. Die Kurse im SKK-Bildungszentrum werden schon jetzt nicht mehr voll.

 Am Universitätsklinikum Kiel gibt es aktuell keine neuen Stationsschließungen. Im OPZ 3 werden mittlerweile wieder 18 Betten betrieben. Die noch fehlenden würden, so das UKSH, durch interdisziplinäre Belegung kompensiert, und die weitere Aufstockung werde zeitnah erfolgen.

 So flickt man hier und pflastert dort und verweist auf bundesweiten Fachkräftemangel. Währenddessen haben Gesundheits- und Krankenpfleger/innen, wie Krankenschwestern und -pfleger seit 2003 heißen, das ungesunde Gefühl, dass keiner sich ernsthaft bemüht, das Grundproblem zu lösen. Ab 1. Januar 2019 soll es bundesweit Pflegepersonaluntergrenzen für definierte Klinikbereiche geben. Und für die anderen?

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Ein Artikel von
Christian Trutschel
Lokalredaktion Kiel/SH

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