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Florian Sötje zum DAK-Gesundheitsreport

Kommentar Florian Sötje zum DAK-Gesundheitsreport

Frauen in Schleswig-Holstein geht es schlechter als den Männern. Das ist eine bittere Erkenntnis des DAK-Gesundheitsreports 2016. Frauen fehlen öfter und länger im Job und konsultieren häufiger einen Arzt als ihre männlichen Kollegen.

Kiel. Wer darin einen Beleg dafür sieht, dass Frauen eben doch das „schwache Geschlecht“ sind, macht es sich allerdings zu einfach – und irrt sich gewaltig.

Der Report ist zwar auf den ersten Blick nicht viel mehr als eine bloße Datensammlung. Wer genauer hinsieht, findet in den Ergebnissen aber wichtige Hinweise darauf, woran es nach wie vor bei der Gleichberechtigung hapert. Während bei den Männern häufig Herz und Kreislauf gesundheitliche Probleme machen, leiden die Frauen vor allem unter psychischen Erkrankungen. Und das ist keine Überraschung.

Von Frauen wird erwartet, dass sie mit beiden Beinen im Berufsleben stehen. Die ihnen traditionell zugeschriebenen Erziehungspflichten sollen sie aber auch nicht vernachlässigen. Und geht es dem familiären Nachwuchs mal schlecht, bleibt im Zweifel der weibliche Partner zu Hause. Die viel beschworene Vereinbarkeit von Beruf und Familie wird so zur Herkules-Aufgabe. Dieser Stress, den Frauen weitaus häufiger erleben, macht krank.

Der Report ist daher auch eine Mahnung an die Herren der Schöpfung, endlich mehr Verantwortung im Familienalltag zu übernehmen – da ist das „starke Geschlecht“ nämlich immer noch ziemlich schwach.

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DAK-Gesundheitsreport 2016
Foto: Stress am Arbeitsplatz, Stress zu Hause: Im Vergleich zu den Männern fehlten Frauen im vergangenen Jahr um 92 Prozent häufiger aufgrund von psychischen Erkrankungen.

Kommt ein Mann zum Arzt – viele Witze beginnen auf diese Weise. Dass die Pointe bereits im Satzanfang steckt, zeigt nun der DAK-Gesundheitsreport 2016 für Schleswig-Holstein, der am Dienstag vorgestellt wurde. Demnach gehen Männer im Jahr nur vier Mal zum Arzt, Frauen kommen auf sieben Arztbesuche.

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