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Frank Behling zu Blohm + Voss

Kommentar Frank Behling zu Blohm + Voss

Der Abbau von fast jedem dritten Arbeitsplatz auf der Hamburger Traditionswerft Blohm + Voss ist ein Schlag ins Kontor. Die Maßnahme ist aber traurige Konsequenz für eine Werft, die den Anschluss an die Weltspitze längst verloren hat.

Die Abwanderung der Stammkunden aus dem Reparaturgeschäft nach Dänemark oder Polen war nur ein Alarmsignal. Aber sogar der Bau von den bei Blohm + Voss einst entwickelten Fregatten der Meko-Klasse für die Marine wurde in Hamburg zu einem Debakel. Wie moderner Marineschiffbau aussieht, wurde zuletzt in Bremen bei Lürssen und Kiel bei German Naval Yards und TKMS unter Beweis gestellt. Weniger als 18 Monate brauchte German Naval Yards für den Bau einer Fregatte der Klasse Meko 200 für den Export.

 Der Schiffbau bei Blohm + Voss ist nicht mehr wettbewerbsfähig. Die verschiedenen Eigentümer der Werft haben in den vergangenen 30 Jahren den Zeitpunkt für einen Schnitt versäumt. Die Neuausrichtung der Werft auf moderne, effiziente und kostengünstige Fertigungsverfahren blieb aus. Bei den verbliebenen Aufträgen für die Marine wurden diese Mehrkosten letztlich durch den Steuerzahler ausgeglichen. Bei Aufträgen von zivilen Reedereien oder privaten Jachteignern funktionierte das nicht. Deshalb ist das Fazit der Bestandsaufnahme durch die neuen Eigner der Lürssen-Gruppe leider die traurige Wahrheit. Es gibt aber für die Hamburger Schiffbauer in Deutschland Perspektiven. An fast allen anderen Werftstandorten wird sogar Personal gesucht.

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Frank Behling
Lokalredaktion Kiel/SH

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Blohm + Voss & Lloyd Werft
Foto: Die Werft Blohm + Voss in Hamburg baut Arbeitsplätze ab.

Die beiden traditionsreichen Schiffswerften Blohm + Voss (Hamburg) und Lloyd Werft (Bremerhaven) stehen vor großen Problemen. Beide Betriebe werden über 400 Arbeitsplätze abbauen. Allein bei Blohm + Voss sind 300 Arbeitsplätze betroffen, wie die Lürssen-Gruppe am Dienstag mitteilte.

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