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Frank Behling zu TKMS

Kommentar Frank Behling zu TKMS

Es war ohne Frage eine herbe Schlappe, als der ThyssenKrupp-Konzern beim Rennen um den heiß umkämpften Australien-Auftrag leer ausging. Die Schuld daran trugen aber nicht die U-Bootbauer in Kiel. Die Qualität ihrer Produkte ist weltweit spitze.

In Australien wurden sie jedoch von einem Konkurrenten geschlagen, der durch die politische Unterstützung der französischen Regierung und die geostrategische Ausrichtung der französischen Marine eine so große Unterstützung fand, dass selbst der gute Ruf der Kieler nichts nutzte. Dennoch kann der Konzern nicht einfach zur Tagesordnung übergehen. Veränderungen auf der Werft und in der Führung sind so gut wie sicher.

Die Details sind zwar noch ein Geheimnis. Klar ist aber: Wer auch immer ab Oktober in Kiel die Werft führen wird, wird keine leichte Aufgabe haben. Auf dem Exportmarkt für U-Boote muss die neue Mannschaft einen Spagat schaffen. Sie muss die restriktiven Exportbestimmungen in Deutschland mit dem wachsenden Wettbewerb der Werften aus Frankreich und Russland unter einen Hut zu bringen. Nicht nur der Australien-Deal ging verloren. Fast unbemerkt von der Öffentlichkeit hat die französische Werftindustrie auch große Rüstungsaufträge aus Ägypten an Land gezogen, auf die TKMS ebenfalls gehofft hatte.

Um mit diesem starken Konkurrenten mithalten zu können, muss sich TKMS neu aufstellen. Immerhin: Die Bedingungen sind dafür aus wirtschaftlicher Sicht optimal. Die Nachfrage nach U-Booten steigt.

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Frank Behling
Lokalredaktion Kiel/SH

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Konzernspitze
Foto: Das neue U-Boot „S42“ kommt am Freitag bei ThyssenKrupp Marine Systems erstmals zu Wasser. Das Boot gehört zum Export-Typ HDW 209/1400.

Bei der Kieler Werft ThyssenKrupp Marine Systems (TKMS) herrscht Unruhe in der Belegschaft. Grund sind die letzten Meldungen aus der Konzernzentrale in Essen. Der Vorstand des ThyssenKrupp-Konzerns will offenbar nach dem verlorenen U-Boot-Auftrag aus Australien die Werftsparte umstrukturieren.

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